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DarmFit mit … Enzian – die „alte“ Pflanze aus den Alpen

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DarmFit mit …“: Unter diesem Motto stellen wir Ihnen künftig in unserem Blog regelmäßig darmfreundliche Lebensmittel, Heilpflanzen, Nahrungsergänzungen, Methoden, Verhaltensweisen vor – kurz: eben alles, was den Darm fit macht und fit hält. Heute starten wir mit dem Enzian.

Gelbblütig, gefährdet und geschützt

Von wegen „so BLAU blüht der Enzian“ – bei uns dreht sich alles um den gelben Vertreter aus der Pflanzenfamilie der Enziangewächse. Der lateinische Name des gelben Enzians lautet Gentiana lutea und er ist innerhalb der Enzian-Arten die bedeutendste Heilpflanze.

Man findet den gelben Enzian hauptsächlich in den Voralpen sowie in den Bayerischen, Schweizer und Österreichischen Alpen, aber auch in anderen Gebirgsregionen. Wie der Name schon sagt, hat er herrlich gelbe Blüten – diese erscheinen aber erst, wenn die langsam wachsende Pflanze ca. 10 Jahre alt ist. Dann reicht die Blütezeit von etwa Juni bis August. Die mehrjährige Pflanze kann bis zu 1,50 m, teilweise 1,80 m hoch und bis 60 Jahre alt werden.

Die Almbauern empfanden den Enzian bis ins späte 20. Jahrhundert als lästiges Unkraut. So wurde die Pflanze systematisch ausgerottet und steht heute auf der Liste der gefährdeten Pflanzenarten.

Viel Bitterstoffe für einen gesunden Darm

Da die frische Wurzel rauschartige Zustände und starke Übelkeit verursachen kann, wird für Heilzwecke ausschließlich die getrocknete Wurzel des gelben Enzians verwendet. In ihr findet sich ein hoher Anteil an Bitterstoffen – und vor allem diese machen die Pflanze so wertvoll für den Darm. Denn Bitterstoffe fördern den Gallenfluss und regen die Verdauung an. Heilende Eigenschaften erhält der Enzian zudem u.a. durch die enthaltenen ätherischen Öle, Alkaloide, Gerbsäuren, Gerbstoffe, Zink, Schleim und Inulin.

In ihrem Zusammenspiel aktivieren die Inhaltsstoffe des Enzians die Magen-Darm-Tätigkeit, regen die Sekretion von Speichel und Magensaft an und beugen zahlreichen Verdauungsbeschwerden wie Völlegefühl, Appetitlosigkeit, Blähungen oder Magenbeschwerden durch zu geringe Magensaftbildung vor. Auch gegen den häufig auftretenden Magenkeim Helicobacter pylori, der u.a. zu Magengeschwüren führt, sowie gegen entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa soll Enzian hilfreich sein. All das macht den gelben Enzian zu einer der bedeutendsten Heilpflanzen für Magen und Darm. Die ätherischen Öle und auch die Gerbstoffe wirken antibakteriell und antimikrobiell, was u.a. gut für eine gesunde Darmflora ist, weil schädliche Darmparasiten wirksam bekämpft werden.

Neben den o.g. Inhaltsstoffen sorgen Cumarine und Flavonoide für die durchblutungsfördernde Wirkung des Enzians. Deshalb kommt die Pflanze auch bei arteriellen und rheumatischen Beschwerden sowie Erkrankungen des Gelenk- und Bewegungsapparates zum Einsatz. Weitere Anwendungsgebiete des gelben Enzians sind Leber- und Gallebeschwerden, Blutdruck- bzw. Herzprobleme, Krampfadern, Nervenschwäche, Blutarmut, Ess- und Menstruationsstörungen.

Enzian als Fertigpräparat und Homöopathikum

Enzian-Präparate erhalten Sie als Dragees, Tropfen sowie alkoholische bzw. wässrige Auszüge hauptsächlich in Apotheken, aber auch von verschiedensten Anbietern im Internet sowie in Reformhäusern und Drogerien oder als Magenbitter in Spirituosenläden. Achten Sie bei der Einnahme bitte immer auf die Packungsbeilage bzw. Angabe der Hersteller und bedenken Sie, dass im Verdauungsschnaps eine nicht geringe Menge Alkohol enthalten ist.

Auch in der Homöopathie kommt der gelbe Enzian bei Verdauungsschwäche, Übelkeit, Sodbrennen, Völlegefühl, Appetitlosigkeit und ähnlichen Beschwerden zur Anwendung. Die homöopathischen Mittel werden übrigens aus der frischen Wurzel hergestellt, was aber kein Problem ist, da sie entsprechend niedrig dosiert werden. Das sind die allgemeinen Empfehlungen:

Homöopathikum Einnahme
Tropfen D1-D3 5 Tropfen in etwas Wasser drei- bis viermal täglich
Globuli D6 je ein Globuli bis dreimal täglich
Globuli D12 je ein Globuli ein- bis zweimal täglich

In jedem Fall warten Sie ab, ob sich Ihr Zustand bessert und stoppen die Einnahme, wenn eine anhaltende Besserung eingetreten ist. Auch bei Homöopathika macht es Sinn, das Ganze mit einem entsprechenden Therapeuten abzuklären.

Weitere Infos über Heilkräuter für den Darm finden sich hier.

Tee, Kaltauszug und Tinktur aus der Enzianwurzel

Auch die getrocknete Wurzel erhalten Sie im Internet, in Apotheken, Reformhäusern oder Drogerien. Wenn Sie Zubereitungen selbst herstellen möchten, haben wir nachfolgend einige Rezepte für Sie:

  1. Zur Zubereitung eines Tees aus der getrockneten, fein geschnittenen bzw. grob pulverisierten Wurzel übergießen Sie 1 Gramm (1/2 Teelöffel) davon mit 150 ml kochendem Wasser. Lassen Sie das Ganze 5 bis 10 Minuten ziehen, danach abseihen. Vom Enzianwurzeltee können Sie drei bis vier Tassen am Tag trinken: Bei Verdauungsbeschwerden abgekühlt nach den Mahlzeiten und zur Anregung des Appetits etwa 30 Minuten vor dem Essen. Wenn Sie möchten, können Sie den Tee aus Enzianwurzel mit anderen Heilpflanzen kombinieren – beispielsweise mit dem Kraut von Schafgarbe oder Wermut.
  2. Um einen Kaltauszug herzustellen, verwenden Sie ebenfalls 1 Gramm der getrockneten Enzianwurzel und lassen diese 8 bis 10 Stunden lang mit 150 ml kaltem Wasser ziehen. Dann durch ein Sieb gießen und den Kaltauszug wie den Tee anwenden.
  3. Für eine alkoholische Tinktur, man könnte es auch als einen Verdauungsschnaps bezeichnen, benötigen Sie neben der Enzianwurzel noch „Hochprozentiges“ in Form von Doppelkorn oder Wodka mit einem Alkoholgehalt von mindestens 40, besser 45 Vol. %. In der Apotheke gibt es zwar noch höherprozentigen Alkohol, was aber nicht nötig und zudem auch noch teurer ist. Geben Sie nun die getrocknete Enzianwurzel in ein großes Schraubdeckel-Glas und gießen Sie den Alkohol darüber. Die Faustregel lautet: 20 Teile Enzianwurzel und 100 Teile Alkohol. Die Wurzelstückchen sollten auf jeden Fall vollständig mit der Flüssigkeit bedeckt sein. Nun lassen Sie alles gut verschlossen für 5 bis 10 Tage ziehen. Anschließend wird die Flüssigkeit durch einen Kaffeefilter oder ähnliches in eine bzw. mehrere dunkle Pipetten-Flaschen (gibt es in der Apotheke) abgeseiht. So ist sie bis zu 5 Jahren haltbar. Von der alkoholischen Tinktur nehmen Sie zwei- bis dreimal am Tag 20 Tropfen zu den Mahlzeiten ein.

Kaum Nebenwirkungen und einige No Go‘s

Normalerweise treten bei der Einnahme von gelbem Enzian keine Nebenwirkungen auf – gelegentlich kann es zu Kopfschmerzen kommen. Bei Überdosierungen können sich Magenbeschwerden und Brechreiz zeigen.

Nicht einnehmen sollten Sie die Heilpflanze in folgenden Fällen:

  • bei Geschwüren, Reizungen oder Entzündungen im Magen-Darm-Trakt bzw. Zwölffingerdarm
  • bei Bluthochdruck
  • bei Allergie gegen Bitterstoffe
  • in Schwangerschaft und Stillzeit
  • für Kinder unter 4 Jahren

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