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Vorsicht TOFIs! Das viszerale Fett – ein lange unentdecktes Thema, das viele betrifft: Über gesunde Dicke und kranke Schlanke

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Im Interview mit Fasten- und Ernährungsexperte Andrea Ciro Chiappa geht es um ein Gesundheitsthema, das bisher wenig Beachtung fand: die Verfettung der inneren Organe. Damit können verschiedenste Krankenbilder einhergehen – von Stoffwechselstörungen bis Leberinsuffizienz. Auch der Darm kann betroffen sein. Sie erfahren, wie Sie herausfinden können, ob Sie selbst betroffen sind und was Sie in dem Fall tun können.

Wer ist heute Gast?

Andrea Ciro Chiappa ist Ausbildungsdozent, Fastenleiter dfa und Leiter der Ernährungstherapie in der Malteser Fastenklinik von Weckbecker. Er arbeitet als Redner und Lehrer und ist Autor des Buches “Intuitiv Intervallfasten” sowie zahlreicher Fachbeiträge. Heute ist Andrea Ciro Chiappa unser Experte für das lange unentdeckte Thema, das viele betrifft: Das viszerale Fett.

Worum geht es?

Wir leben in einem Schlaraffenland, bestehend aus zu vielen Kalorien. Die Welt, in der wir leben, macht uns das “Leben schwer”, denn die vielen Verführungen und Alltagshilfen führen zu permanent hoher Kalorienaufnahme. Die Folgen sind die krankhafte Verfettung des Körpers und massives Übergewicht, oft als Adipositas diagnostiziert. Dabei lagern sich die unliebsamen Kalorien nicht nur als Unterhautfettgewebe, Reiterhosen und Bauchfett an, sondern oft sind auch innere Organe von den Folgen einer Kalorienpandemie betroffen und krankmachendes viszerales Fett macht sich im Körper breit.

Was ist neu? Was wurde entdeckt?

Die Verfettung der inneren Organe betrifft mehr Menschen als bislang vermutet. Die Gefahr: Ein Übermaß an viszeralen Fett – die Verfettung der “Eingeweide” – hat weitreichende Folgen für die Gesundheit.

Welche Probleme können denn entstehen?

Wenn das viszerale Fett überhandnimmt, führt das zum klassischen Krankheitsbild der sogenannten nicht-alkoholischen Fettleber (NAFLD = non-alcoholic fatty liver disease). Sie führt zu massiven Stoffwechselstörungen wie etwa Typ-2-Diabetes oder Fettstoffwechselstörung, vorzeitige Alterung und Tod. In besonders schweren Fällen vernarbt die Leber zunehmend bis zur Leberinsuffizienz. Dann helfen nur noch eine Lebertransplantation und lebenslange Medikamenteneinnahme.

Okay, können denn auch andere Organe verfetten?

Ja, genau das wird erst heute zunehmend besser verstanden und ist bislang nur wenigen Menschen bewusst. Auch Darm, Pankreas (Bauchspeicheldrüse) und die gesamte Bauchhöhle können verfetten und daraufhin den Stoffwechsel nicht regulieren. Unwohlsein, Völlegefühle, Stoffwechselentgleisungen und dauerhafte Organschäden sind die Folge. Wir können dann erhöhte Spiegel an Entzündungsmediatoren (TNF-alpha und CRP) sowie zellwachstumsfördernde Hormone (Insulin, IGF-1) feststellen. In dieser Situation werden auch bösartige Neubildungen gefördert.

Die klassische Leberverfettung …

… ist ja schon lange bekannt. Was ist denn neu an der Sache? Wieso wird erst jetzt darüber gesprochen?

Aufgrund feinerer diagnostischer Methoden konnte die Wissenschaft entdecken, dass viel mehr Menschen an den Folgen viszeralen Fettes mit Leberverfettung leiden. Auch schlanke Menschen können ganz massiv viszeral verfetten. Wir nennen sie in der Wissenschaft TOFIs – Thin Outside and Fat Inside. Gleichzeitig gibt es auch sehr dicke Menschen, die keine Organverfettung aufweisen. Das sind die gesunden Dicken. Neu ist auch, dass bereits eine beginnende Leberverfettung Krankheiten zur Folge haben kann.

Wie kann ich denn eine Leberverfettung an mir feststellen?

Hier liegt der Hund begraben! Die klassische Diagnose NAFDL wurde gestellt, wenn krankhafte Leberwerte und zugleich im Ultraschall eine Fettleber sichtbar waren. Die Echografie der Leber ist aber wenig zuverlässig – mal ist das Gerät veraltet, der Arzt interpretiert falsch oder es lag einfach zu viel Körperfett über der Leber. Auch eine beginnende Fettleber ist schwer sichtbar. Reihen-MRT-Untersuchungen konnten allerdings aufzeigen, dass es viele Menschen, auch Schlanke, betreffen kann. Da MRT-Messungen sehr teuer und nicht für die Masse bestimmt sind, wurde weltweit nach einer indirekten und leicht durchführbaren Bestimmungsmethode gesucht. Heute können wir anhand einer Berechnungsformel, dem sogenannten fatty-liver-Index, das Risiko bestimmen, an einer NAFDL erkrankt zu sein.

Klasse! Wie funktioniert die Formel? Wo finde ich sie?

Es werden lediglich die Werte für BMI, Bauchumfang, Triglycerid und Gamma-GT eingesetzt. Webseiten, die einen interaktiven Fatty-Liver-Index Rechner bereitstellen, lassen sich schnell über Suchmaschinen finden.

Was kann ich denn tun, wenn bei mir eine Leberverfettung festgestellt wurde?

Die frohe Botschaft lautet, dass sich das viszerale Fett mit jedem Kilogramm weniger Körpergewicht weiter reduzieren lässt. Einerseits ist es sehr stoffwechselbelastend. Aber die zentrale Lage und die hohe Stoffwechselaktivität dieser Eingeweidefette führen zu der günstigen Tatsache, dass sich dieses Körperfett viel leichter mobilisieren lässt als die Körperfette im Unterhautgewebe. Zum Leidwesen vieler Frauen. Bedeutet aber auch: Nach wenigen Fastenwochen bessern sich die Blutwerte sehr rasch, weil eben das viszerale Fett in Leber und Pankreas reduziert hat. Aktuelle Studien belegen, dass auch Intervallfasten eine gute Möglichkeit bieten kann, das lästige Organfett loszuwerden. Und in Kombination mit regelmäßigem Sport schmelzen die unschönen Innenseiten eines TOFI ganz schnell.

Wir bedanken uns herzlich bei Andrea Chiappa für das aufschlussreiche Interview!

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