Hilfe bei chronischem Durchfall: Mayr-Kur & Co

Karottensuppe
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Im ersten Teil unseres Beitrags über chronischen Durchfall haben Sie allerhand über die verschiedenen Arten und Symptome sowie mögliche Ursachen und Folgen erfahren. Heute geht es um Lösungen: Welche Untersuchungen werden ggf. beim Arzt durchgeführt, welche Therapien sind bei chronischem Durchfall anwendbar, wie können Sie vorbeugen und welche natürlichen Hilfen gibt es – natürlich auch in Bezug auf die Mayr-Kur.

Verschiedene ärztliche Untersuchungen …

Wenn Sie unseren ersten Beitrag zum chronischen Durchfall gelesen haben, dann kennen Sie die Warnzeichen, die einen Arztbesuch unumgänglich machen. Der Therapeut wird mit Ihnen ein Gespräch führen und Sie ausführlich zu Ihrem Beschwerdebild befragen. Anschließend nimmt er – je nach Symptomen – verschiedene Untersuchungen vor. Dazu gehören beispielsweise:

  • Untersuchung des Bauches sowie des Anal- und Rektalbereiches auf Krankheitsanzeichen
  • Tests von Blut, Atem und/oder Stuhl
  • bildgebende Diagnostik
  • mikrobiologische Untersuchungen
  • CT oder MRT
  • Endoskopie
  • Koloskopie

… und Behandlungsmöglichkeiten bei chronischem Durchfall

Im besten Falle kann der Arzt eine sichere Diagnose über die Ursache des chronischen Durchfalls stellen. Entsprechend wird er die Therapie ansetzen. Die nachfolgend aufgezählten Beispiele sind einige Möglichkeiten, wobei der behandelnde Therapeut immer auch Ihre individuellen Befindlichkeiten beachten wird.

Möglicherweise ist ein Ausgleich von Flüssigkeitsverlust erforderlich. Dies trifft besonders bei Kindern und Senioren zu. Zum Einsatz kommen in dem Fall Elektrolyt-Mischungen. Sie enthalten Mineralstoffe, Salze sowie Traubenzucker. Solche Elektrolytlösungen erhalten Sie freiverkäuflich in der Apotheke. Es gibt auch die Möglichkeit, so eine Trinklösung selbst herzustellen. Sie eignet sich bei akuten Durchfallerkrankungen und es sollten davon etwa 40 Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht innerhalb von 24 Stunden getrunken werden. Wenn Sie beispielsweise 60 Kilogramm wiegen, wären das 2,5 Liter. Die sogenannte WHO-Trinklösung besteht aus den folgenden vier Zutaten:

  • 1 Liter Mineralwasser oder aufbereitetes Wasser
  • 4 Teelöffel Haushaltszucker
  • 1 Tasse Orangensaft (oder ersatzweise 2 Bananen dazu verzehren)
  • ¾ Teelöffel Kochsalz

Der Arzt kann zudem verschiedene Medikamente verschreiben. Eine Variante davon wirkt auf bestimmte körpereigene Eiweißstrukturen ein, reguliert die Körperfunktionen und reduziert die Toilettenfrequenz. Möglich sind zudem Arzneimittel, die die Beweglichkeit im Darm-Magen-Trakt bzw. die übermäßige Flüssigkeitsbildung im Darm beeinflussen. Eine weitere Möglichkeit sind Gallensäure-Binder oder Medikamente zur Andickung des Stuhls wie Apfelpektin oder Kohle. Zudem kann möglicherweise Arzneihefe helfen, die es in Form von Tabletten oder Granulat gibt. Sie unterstützt die Ausscheidung der Durchfallerreger sowie die Regeneration der Darmflora.

Hausmittel gegen Durchfall

Zu Beginn eines Durchfalls können Sie noch nicht einschätzen, ob es sich eventuell um eine akute Form handelt, die nur vorübergehend ist. Entsprechend können Sie mit bewährten Hausmitteln versuchen, gegen die Symptome vorzugehen. Wir haben verschiedene Möglichkeiten für Sie zusammengetragen.

Ausreichend trinken – und zwar das Richtige

Um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen, sollten Sie bei Durchfall ausreichend trinken – etwa 2 bis 3 Liter täglich. Am besten dazu geeignet sind Wasser ohne Kohlensäure, verdünnte Saftschorlen oder Kräutertees. Letztere sollten vor allem ausreichend Gerbstoffe enthalten. Diese natürlichen Inhaltsstoffe haben eine zusammenziehende und keimhemmende Wirkung, wodurch die Oberfläche der Darmschleimhaut abgedichtet und die Aufnahme giftiger Substanzen erschwert wird. Empfehlenswert sind folgende Kräuter:

  1. Brombeerblätter
  2. Himbeerblätter
  3. Heidelbeerblätter
  4. Johanniskraut
  5. Odermennig
  6. Blutwurz

Zur Beruhigung von Magen und Darm empfiehlt sich zudem ein Tee aus Kamillenblüten und Fenchelsamen. Diese Pflanzenbestandteile wirken entzündungshemmend, krampflösend und antimikrobiell.

Getrocknete Heidebeeren

Auch bei diesem Hausmittel kommen die oben erwähnten Gerbstoffe zum Einsatz. Zudem schmecken die getrockneten Heidelbeeren (Achtung: KEINE frischen Beeren) angenehm aromatisch. Die Früchte sind zudem reich an sekundären Pflanzenstoffen – vor allem wilde Heidelbeeren. Übergießen Sie einfach eine Handvoll der getrockneten Beeren mit Wasser und verzehren Sie diese pur.

Zwieback

Schon seit mehreren Generationen bekommen Kinder und Erwachsene Zwieback zu essen, wenn sie unter Durchfall leiden. Das Gebäck ist leicht bekömmlich, gut verdaulich, nahezu fettfrei und hat stopfende Eigenschaften. Zwieback ist zudem in der Lage, Flüssigkeit zu binden. Bitte verwenden Sie nur pure Sorten – also ohne Kokos, Schokolade & Co – und verzehren Sie den Zwieback ohne Belag.

Klare Gemüsebrühe

Eine frisch zubereitete Brühe aus Suppengemüse schont den Darm und ist mineralstoffreich, was sich positiv auf den durch den Durchfall geschwächten Elektrolythaushalt auswirkt. Verwenden Sie dazu klein geschnittene Möhren, Kartoffeln, Sellerie und Petersilie. Nach etwa einer Stunde in Salzwasser gekocht, seihen Sie das Gemüse ab und können nun die Schonkost-Gemüsebrühe verzehren – auch zum Ausgleich von Flüssigkeitsverlust.

Bananen

Das Obst enthält Pektin. Dieser Inhaltsstoff bindet Krankheitserreger und Flüssigkeit, wodurch der Stuhl fester wird. Zudem enthalten Bananen viel Magnesium und Kalium und füllen das Mineraliendepot im Körper wieder auf. Zum Verzehr bei Durchfall sollten Sie die Banane vorher pürieren oder mit der Gabel zerdrücken.

Äpfel

Auch in Äpfeln findet sich Pektin. Damit der Inhaltsstoff freigesetzt wird, reiben Sie den Apfel – bitte mit Schale – und lassen das Ganze ca. 15 Minuten stehen. Nun können Sie den geriebenen Apfel pur verzehren oder auch unter Haferschleim mischen.

Kartoffeln

Der Mineralstoff Kalium ist – wie in Bananen – auch in Kartoffeln enthalten. Bei Durchfall eignet sich am besten Kartoffelbrei. Er ist leicht verdaulich, aber nur, wenn Sie ihn ohne Zugabe von Butter, Sahne oder Milch verzehren. Zudem sollten Sie bei den Kartoffeln unbedingt mögliche grüne Stellen entfernen.

Haferflocken

Gekochte Haferflocken in Form von Haferschleim sind ebenfalls ein bewährte Hausmittel bei Durchfall. Sie enthalten reichlich Vitamine und Mineralstoffe sowie gut verdauliche Schleimstoffe. Empfehlenswert bei Durchfall sind Schmelzflocken, da sie besonders gut verdaubar sind. Wenn Sie möchten, können Sie den Haferschleim statt mit Wasser mit Gemüsebrühe zubereiten. Oder Sie können den Brei mit gequetschter Banane, geriebenem Apfel bzw. zerkochten Kartoffeln vermischen.

Möhren

Ein weiteres empfehlenswertes Gemüse bei Durchfall sind Karotten. Auch sie enthalten die quellenden Pektine zum Eindicken des Stuhls. Zudem helfen Möhren dabei, die den Durchfall verursachenden Bakterien schneller auszuscheiden. Besonders bewährt bei Darmproblemen hat sich die sogenannte Morosche Möhrensuppe – erfunden vom Kinderarzt Prof. Ernst Moro. Folgende Zubereitung wird empfohlen:

  • 500 Gramm Möhren rund eine Stunde in 1 Liter Wasser kochen.
  • Die Flüssigkeit abgießen und die Möhren pürieren.
  • Den entstandenen Brei mit 1 Liter Wasser auffüllen und mit etwa 1 TL Salz würzen.
  • Die Möhrensuppe über den Tag verteilt in kleinen Portionen essen.

Reis

Reis hat eine leicht stopfende Wirkung und beruhigt aufgrund der Schleimstoffe, die beim Kochen entstehen, den gereizten Darm. Zudem binden die Schleimstoffe Wasser im Körper, wodurch der Flüssigkeitsverlust eingedämmt werden kann. Den Reis können Sie mit etwas Salz oder Gemüsebrühe kochen und auf Wunsch mit leicht verdaulichem Gemüse wie Zucchini oder Karotten verzehren.

Bentonit

Bentonit ist eine Heilerde bzw. Mineralerde. Es ist u. a. in der Lage, überschüssiges Wasser aufzunehmen, wodurch der Stuhl fester wird. Zudem reduziert Bentonit schädliche Bakterien im Darm, nimmt entstehende Gase auf und leitet Gifte aus dem Körper – auch diese Eigenschaften sind bei Durchfall hilfreich. Nicht zuletzt legt sich Bentonit als schützender Gelfilm auf die Schleimhaut des Verdauungstraktes. Zur Einnahme achten Sie auf die Herstellerangaben. Allgemein sollte ein gehäufter Teelöffel in mindestens 200 ml Wasser gut verrührt und zwei- bis dreimal täglich eingenommen werden.

Flohsamenschalen

Gemahlene Flohsamenschalen sind besonders reich an quellenden Ballaststoffen. Diese binden überschüssiges Wasser im Darm und verdicken dadurch den Darminhalt. Nehmen Sie zuerst kleinere Mengen an Flohsamenschalen und steigern diese nach Bedarf. Allgemein wird bei Durchfall 1 Teelöffel Flohsamenschalen auf 200 ml Wasser sowie eine dreimalige Einnahme pro Tag empfohlen. Wichtig ist außerdem, nach der Einnahme zusätzlich ausreichend zu trinken.

Bentonit und Flohsamenschalen

Wenn Sie beides miteinander kombiniert einnehmen, verstärkt bzw. optimiert sich die Wirkung. Geben Sie jeweils einen Teelöffel Bentonit und Flohsamenschalen in 250 ml Wasser und mixen Sie alles sehr gründlich. Dann sofort einnehmen und anschließend mindestens die gleiche Menge Wasser trinken.

Mayr-Kur bei chronischem Durchfall

Wenn Sie unter chronischem Durchfall leiden – die Definition, Symptome etc. haben wir im ersten Teil beschrieben – sollten Sie sich ärztlich untersuchen lassen. Im besten Falle wird die Ursache erkannt und gezielt behandelt. Sie können auch einen Mayr-Arzt befragen, denn er ist auf den Darm und seine Erkrankungen spezialisiert. Vermutlich wird eine Mayr-Kur allerdings bei einem chronischen Durchfall nicht das erste Mittel der Wahl sein. Denn zuerst einmal muss der Stuhlgang wieder in normale Bahnen gelenkt werden, bevor an eine Fastenkur gedacht wird.

Allerdings ist eine Mayr-Kur aus unserer Sicht auf jeden Fall hilfreich, um den Darm nach der Erkrankung schonend und gründlich zu sanieren. Auch zur Vorbeugung ist das Mayern natürlich hervorragend geeignet. Denn es hilft dabei, den Darm zu beruhigen, sanft zu reinigen sowie die Darmflora zu regenerieren. Wenn Sie dem betreuenden Arzt bei Ihrer Mayr-Kur von Ihrer Vorerkrankung berichten, wird er eine entsprechend leicht verdauliche Schonkost anordnen, die Ihre Verdauungsorgane entlastet und gleichzeitig anregt. Weitere begleitende Maßnahmen wie Bauchmassagen oder die Zuführung von Darmkulturen können die Darmreinigung unterstützen und das Verdauungssystem regenerieren und beruhigen.

Ungeeignete Lebensmittel bei Durchfall

Abschließend möchten wir Ihnen noch einige Nahrungsmittel nennen, die Sie bei Durchfall vermeiden sollten:

  • Milch und Milchprodukte
  • Alkohol, Kaffee und kohlensäurehaltige Getränke
  • Scharfe sowie zu heiße, zu kalte und/oder zu saure Speisen
  • Fett- und zuckerhaltige sowie blähende Nahrungsmittel
  • Fleisch und saure bzw. schwer verdauliche Früchte wie z. B. Trauben
  • Zuckeraustauschstoffe wie Maltit, Sorbit, Isomalt, Mannit, Xylit oder Erythrit
  • Rohe Lebensmittel wie Gemüse und Obst (Ausnahmen oben)
  • Inulinhaltiges Gemüse wie Artischocken, Topinambur, Zwiebeln oder Lauch

Fazit zur Hilfe bei chronischem Durchfall

Bei Durchfall gibt es zahlreiche therapeutische Möglichkeiten und bewährte Hausmittel – je nachdem, ob es sich um akuten oder chronischen Durchfall handelt und was die Ursachen davon sind. Es kann bereits hilfreich sein, bestimmte Lebensmittel zu vermeiden und eine Zeit lang Schonkost zu essen. Werden die Beschwerden nicht besser oder verschlimmern sich gar, ist ein Arztbesuch wohl unumgänglich. Eine Mayr-Kur kann hilfreich sein, um Durchfall vorzubeugen bzw. die Verdauungsorgane nach Normalisierung des Stuhlgangs wieder zu regenerieren.

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