Vorbeugung und Linderung chronischer Darmerkrankungen mit der Mayr-Kur

Mayr-Kur bei chronischen Darmerkrankungen
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Chronische Darmbeschwerden können Ihre Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall, Verstopfung oder ein wechselndes Stuhlverhalten sind für viele Betroffene zum dauerhaften Begleiter geworden. Dabei können ganz unterschiedliche Erkrankungen dahinterstecken.

Eine bewusste Ernährung und ein achtsamer Umgang mit den eigenen Essgewohnheiten können viel zur Darmgesundheit beitragen. Hier setzt die Mayr-Kur an: Sie stellt die Entlastung des Verdauungssystems, gründliches Kauen und bewusstes Essen in den Mittelpunkt und kann Ihnen dabei helfen, chronischen Darmerkrankungen vorzubeugen bzw. diese unterstützend zu lindern. Im folgenden Beitrag erhalten Sie dazu umfangreiche Infos.

Die häufigsten chronischen Darmerkrankungen: Was steckt dahinter?

Nicht jede chronische Darmbeschwerde hat dieselbe Ursache. Während beim Reizdarmsyndrom vor allem die Darmfunktion und die Verarbeitung von Reizen beeinträchtigt sind, handelt es sich bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa um chronisch-entzündliche Darmerkrankungen. Bei der Divertikulose verändern sich die Darmwände strukturell, während bei der Zöliakie der Verzehr von Gluten eine fehlgeleitete Immunreaktion auslöst.

Auch die Häufigkeit der einzelnen Erkrankungen unterscheidet sich deutlich. Das Reizdarmsyndrom gehört zu den häufigsten chronischen Darmbeschwerden. Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) gibt je nach Definition eine Häufigkeit bei den Deutschen von etwa 4 bis über 10 Prozent an. Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sind deutlich seltener. In deutschen Krankenkassendaten wurde das Auftreten in Deutschland mit etwa 0,36 Prozent für Morbus Crohn und 0,42 Prozent für Colitis ulcerosa ermittelt.

Die Divertikulose wiederum ist ausgesprochen häufig und nimmt mit dem Alter stark zu. Die DGVS nennt etwa 13 Prozent bei unter 50-Jährigen, 30 Prozent bei 50- bis 70-Jährigen und rund 50 Prozent bei 70- bis 85-Jährigen. Bei der Zöliakie geht die Deutsche Gesellschaft für Ernährung von etwa einem Prozent der Bevölkerung aus.

So unterschiedlich diese Erkrankungen auch sind: Die Frage, wie Sie Ihren Darm durch Ihre Lebens- und Ernährungsweise möglichst gut unterstützen können, ist von großer Bedeutung.

Reizdarmsyndrom: Wenn der Darm besonders empfindlich reagiert

Das Reizdarmsyndrom gehört zu den häufigsten funktionellen Darmerkrankungen. Typisch sind wiederkehrende Bauchschmerzen, Blähungen und Veränderungen des Stuhlgangs. Manche Betroffene leiden vor allem unter Verstopfung, andere unter Durchfall, bei manchen wechseln sich beide Beschwerden ab.

Die Ernährung spielt beim Reizdarmsyndrom eine wichtige Rolle. Nach Einschätzung der DGVS können Ernährungsfaktoren Beschwerden sowohl auslösen als auch verstärken oder lindern. Ernährungsmedizinische Maßnahmen sind deshalb ein sinnvoller Bestandteil eines individuellen Behandlungskonzepts.

Der Reizdarm nach F.X. Mayr hängt mit einem trägen Darm bzw. einer beeinträchtigten Darmfunktion zusammen. Die Ursachen dafür werden vor allem auf ein zu schnelles, zu häufiges, zu spätes, zu schweres sowie übermäßiges Essen zurückgeführt. Hier setzt die Mayr-Kur u. a. mit ihren Grundprinzipien an, die beispielsweise auf Schonung und Säuberung des Darms beruhen. Hinzu kommen die spezielle Mayr-Esskultur (z.B. Ruhe beim Essen und gründliches Kauen) sowie eine basenüberschüssige Ernährung.

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen: Morbus Crohn und Colitis ulcerosa

Morbus Crohn und Colitis ulcerosa gehören zu den chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, kurz CED. Sie verlaufen häufig in Schüben und können mit Bauchschmerzen, Durchfällen, Gewichtsverlust und weiteren Beschwerden einhergehen. Beide Erkrankungen benötigen eine ärztliche Betreuung.

In Deutschland leiden rund 0,8 Prozent der Bevölkerung darunter. Bei CED ist eine pauschale Ernährungsempfehlung nicht sinnvoll. Entscheidend sind unter anderem die konkrete Erkrankung, die Krankheitsaktivität, vorhandene Beschwerden und der Ernährungszustand. Die DGVS empfiehlt bei Morbus Crohn außerhalb spezifischer Krankheitssituationen eine gesunde, vollwertige Ernährung mit ausreichend Obst und Gemüse. Für Colitis ulcerosa wird ebenfalls eine gemüse- und obstreiche Ernährung zur Reduktion des Erkrankungsrisikos empfohlen.

Eine Mayr-Kur sollten Sie bei einer bekannten CED immer individuell abstimmen. Insbesondere während eines akuten Schubs sollten Sie von einer eigenständigen Fasten- oder Kurmaßnahme absehen. In beschwerdearmen Phasen könnten Sie dagegen gemeinsam mit medizinischer bzw. ernährungstherapeutischer Begleitung überlegen, wie eine schonende und ausgewogene Ernährung gestaltet sowie ungünstiges Essverhalten verändert werden kann und welche weiteren Maßnahmen sinnvoll sind. Wie hilfreich die Mayr-Kur unter ärztlicher Anleitung bei Colitis ulcerosa sein kann, können Sie hier nachlesen.

Divertikulose und Divertikelkrankheit: veränderte Darmwand

Bei einer Divertikulose bilden sich kleine Ausstülpungen in der Darmwand, meist im Dickdarm. Sie verursachen häufig überhaupt keine Symptome und werden eher zufällig entdeckt. Erst wenn Beschwerden auftreten, spricht man von einer Divertikelkrankheit – entzünden sich die Ausstülpungen, handelt es sich um eine Divertikulitis. Diese Entzündung kann heftige Schmerzen (meist im linken Unterbauch), Fieber, Übelkeit und Verstopfung verursachen.

Divertikel sind – wie oben bereits angegeben – mit zunehmendem Alter sehr häufig. Eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Flüssigkeit und regelmäßige Bewegung gehören zu den wichtigen Bausteinen eines darmfreundlichen Lebensstils. Dabei sollten Sie Ihre Ernährung immer an Ihre individuelle Situation anpassen.

Die Mayr-Kur kann auch hier unterstützen, um den Beschwerden vorzubeugen oder sie zu lindern: Sie lenkt die Aufmerksamkeit weg von großen und hastig verzehrten Mahlzeiten und hin zu einem bewussteren Ess- und Trinkverhalten. Bei einer betreuten Kur geht es zudem u. a. auch um moderate Bewegung. Langfristig ist es das Ziel, dass Sie die während der Kur erlernten Gewohnheiten in den Alltag übernehmen.

Zöliakie: Wenn Gluten zum Auslöser wird

Die Zöliakie nimmt unter den chronischen Darmerkrankungen eine besondere Stellung ein. Es handelt sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der Gluten entzündliche Veränderungen der Dünndarmschleimhaut auslösen kann. Die Erkrankung kann in jedem Lebensalter auftreten und mit sehr unterschiedlichen Beschwerden einhergehen. Die entscheidende Behandlung besteht in einer lebenslangen, konsequent glutenfreien Ernährung.

Eine Mayr-Kur kann eine solche Ernährung nicht ersetzen. Bei bestehender Zöliakie muss die Kur entsprechend angepasst und vollständig glutenfrei durchgeführt werden. Das ist heutzutage mit der modernen Mayr-Medizin überhaupt kein Problem mehr. Zudem liegt der mögliche Nutzen einer Mayr-Kur u. a. darin, dass Sie Ihr eigenes Essverhalten bewusster wahrnehmen, Mahlzeiten in Ruhe einnehmen und zusammen mit Ernährungsexperten Ihre Ernährung individuell auf die persönliche Verträglichkeit abstimmen.

Was die Mayr-Kur für Ihren Darm leisten kann

Die Mayr-Kur betrachtet die Verdauung nicht allein unter dem Gesichtspunkt einzelner Lebensmittel. Eine wichtige Rolle spielt auch die Art und Weise, wie Sie essen. Viele Menschen nehmen ihre Mahlzeiten heute unter Zeitdruck ein, essen nebenbei, kauen zu wenig und greifen zwischendurch immer wieder zu kleinen Snacks. Hinzu kommen häufig große Portionen und stark verarbeitete Lebensmittel. Die Mayr-Kur setzt hier bewusst einen Gegenpol. Sie möchte den Verdauungstrakt entlasten und gleichzeitig zu einem veränderten Essverhalten anregen. Hier kommen die wichtigsten Aspekte, wie die Mayr-Kur die Darmgesundheit unterstützen kann:

  1. Entlastung statt ständiger Verdauungsarbeit: Unser Verdauungssystem ist täglich gefordert. Zwischen den Mahlzeiten wird häufig weiter gegessen, abends fällt die Mahlzeit besonders üppig aus und zwischendurch kommen Kaffee, Süßigkeiten oder kleine Snacks hinzu. Eine Mayr-Kur schafft bewusst eine Phase, in der die Ernährung reduziert und individuell angepasst wird. Dadurch kann die Verdauung entlastet werden. Gleichzeitig bekommen Sie Gelegenheit, Ihre bisherigen Essgewohnheiten zu hinterfragen. Dabei geht es nicht darum, möglichst wenig zu essen oder dauerhaft auf bestimmte Lebensmittel zu verzichten. Vielmehr kann die Kur als bewusste Unterbrechung eingefahrener Gewohnheiten verstanden werden.
  2. Entfernen von Giftstoffen und Schlacken aus dem Darm: Damit der Darm seine normale Funktion sowie seine Selbstreinigungskräfte wieder in Gang setzen kann, wird in der Mayr-Kur auf eine Säuberung und Entgiftung wert gelegt. Denn im Laufe der Zeit sammeln sich bei den meisten Menschen ungewünschte Substanzen im Darm an. Wie genau die Darmreinigung erfolgt, hängt von Ihrem gesundheitlichen Zustand ab. Während meist Bittersalz zum Einsatz kommt, kann bei chronischen Darmerkrankungen auf andere Maßnahmen wie z. B. Huminsäuren zurückgegriffen werden.
  3. Gründliches Kauen als Grundprinzip: Eines der bekanntesten Prinzipien der Mayr-Methode ist das gründliche Kauen. Und tatsächlich beginnt die Verdauung bereits im Mund. Wenn Sie langsam essen und die Nahrung sorgfältig zerkleinern, geben Sie dem Körper mehr Zeit, sich auf die Mahlzeit einzustellen. Speichel vermischt sich mit der Nahrung und unterstützt bereits die ersten Schritte der Verdauung. Noch wichtiger ist vielleicht der praktische Effekt: Wenn Sie bewusst kauen, essen Sie automatisch langsamer. Sie nehmen Geschmack, Konsistenz und Sättigung besser wahr und vermeiden eher, eine Mahlzeit hastig in sich hineinzuschlingen. Gerade für Menschen mit einem empfindlichen Verdauungssystem kann dieses bewusste Essen eine wertvolle Erfahrung sein.
  4. Bewusst statt nebenbei essen: Eine Mahlzeit vor dem Computer, das schnelle Frühstück im Stehen oder das Mittagessen zwischen zwei Terminen gehören für viele Menschen zum Alltag. Die Mayr-Kur schafft dagegen einen Rahmen, in dem Essen wieder zu einer bewussten Tätigkeit wird. Sie sitzen in Ruhe, nehmen sich Zeit und konzentrieren sich auf die Mahlzeit. Diese Veränderung ist auch über die Kur hinaus hilfreich. Denn Darmgesundheit bedeutet nicht nur, was auf dem Teller liegt. Auch die Essenssituation, das Tempo und die Aufmerksamkeit beim Essen gehören zu einem guten Umgang mit der Verdauung.
  5. Regelmäßige Mahlzeiten und Pausen: Ein weiterer wichtiger Aspekt ist ein geordneter Mahlzeitenrhythmus. Wer ständig etwas isst, verliert leicht das Gefühl dafür, ob tatsächlich Hunger besteht oder lediglich Appetit beziehungsweise Gewohnheit vorliegen. Bewusste Pausen zwischen den Mahlzeiten können dabei helfen, wieder besser zwischen Hunger und Gewohnheit zu unterscheiden. Gleichzeitig können Sie feststellen, welche Mahlzeiten Ihnen besonders guttun und bei welchen Speisen Beschwerden auftreten.
  6. Heranführung an eine gesunde Ernährung: Natürlich wird bei einer Mayr-Kur auch auf die Art der Lebensmittel geachtet. Während der Kur selbst liegt der Schwerpunkt auf einer darmschonenden und leichten Nahrung. Zudem erhalten Sie eine Schulung, welche Lebensmittel im Mayrschen Sinne auch im Alltag überwiegend auf dem Speiseplan stehen sollten. Somit wird darauf hingezielt, dass Sie über die Kur hinaus auf eine bewusste, überwiegend pflanzliche und frische Ernährung achten und diese mit Freude für sich übernehmen.

Darmgesunde Ernährung: Was Ihrem Darm langfristig guttut

Eine darmfreundliche Ernährung muss nicht kompliziert sein. Viel wichtiger als einzelne „Superfoods“ ist eine abwechslungsreiche und möglichst wenig verarbeitete Kost, die zu Ihnen und Ihrer persönlichen Verträglichkeit passt. Gerade nach einer Mayr-Kur bietet es sich an, die Ernährung Schritt für Schritt wieder aufzubauen und dabei aufmerksam zu beobachten, wie der eigene Körper reagiert.

Gemüse und Obst – möglichst abwechslungsreich

Gemüse sollte einen wichtigen Platz auf Ihrem Speiseplan einnehmen. Besonders gut eignen sich beispielsweise Karotten, Zucchini, Fenchel, Kürbis, Brokkoli, Rote Bete oder verschiedene Salate. Wenn Ihr Verdauungssystem empfindlich reagiert, kann gedünstetes oder gekochtes Gemüse zunächst besser verträglich sein als große Mengen Rohkost. Später können Sie die Auswahl langsam auf frisches Obst erweitern. Entscheidend ist nicht, dass Sie möglichst viel Gemüse oder Obst auf einmal essen. Abwechslung und individuelle Verträglichkeit sind wichtiger.

Ballaststoffe – wertvoll, aber nur die richtigen

Ballaststoffe unterstützen eine gesunde Verdauung und sind in Gemüse, Obst, Vollkornprodukten, Hafer, Hülsenfrüchten, Nüssen und Samen enthalten – wobei es natürlich die richtigen sein sollten (siehe Link). Allerdings gilt auch hier: Mehr ist nicht automatisch besser. Manche Menschen vertragen große Mengen ballaststoffreicher Lebensmittel problemlos, während andere bei einer empfindlichen Verdauung zunächst mit Blähungen oder Bauchbeschwerden reagieren. Nach einer Mayr-Kur kann es sinnvoll sein, ballaststoffreiche Lebensmittel wieder verstärkt in den Speiseplan aufzunehmen und die persönliche Verträglichkeit zu beobachten.

Fermentierte Lebensmittel – für eine gesunde Darmflora

Naturjoghurt, Kefir, Sauerkraut oder anderes milchsauer vergorenes Gemüse können eine abwechslungsreiche Ernährung ergänzen. Fermentierte Lebensmittel sind interessant, weil bei ihrer Herstellung Mikroorganismen – sogenannte Probiotika – eine Rolle spielen. Sie sind besonders wertvoll für eine gesunde Darmflora. Allerdings bleibt auch hier die individuelle Verträglichkeit wichtig.

Hochwertige Fette – auf Qualität und Menge kommt’s an

Fette gehören zu einer ausgewogenen Ernährung. Empfehlenswert sind vor allem hochwertige pflanzliche Quellen. Sehr fettreiche und schwere Mahlzeiten können dagegen gerade bei empfindlicher Verdauung unangenehm sein. Auch hier sind Qualität und Menge entscheidend.

Ausreichend trinken – für gesunde Körperfunktionen

Ausreichend Flüssigkeit ist für zahlreiche Körperfunktionen wichtig und spielt auch für eine normale Verdauung eine Rolle. Als Getränke eignen sich vor allem Wasser sowie ungesüßte Kräuter- oder Früchtetees. Gerade wenn Sie Ihre Ballaststoffzufuhr erhöhen, sollten Sie gleichzeitig auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten.

Bestimmte Lebensmittel meiden – darmschädigende Risiken

Stark verarbeitete Produkte bzw. Fertignahrung, sehr zuckerreiche Lebensmittel und regelmäßig sehr fettreiche Mahlzeiten dürfen im Sinne einer darmgesunden Ernährung nicht den Schwerpunkt Ihrer Ernährung bilden – im besten Falle streichen Sie diese komplett vom Speiseplan. Denn diese Nahrungsmittel können Ihrer Darmgesundheit erheblich schaden – ob mit oder ohne chronischer Erkrankung.

Geeignete Lebensmittel während und nach der Mayr-Kur

Welche Lebensmittel während einer Mayr-Kur geeignet sind, hängt von der jeweiligen Kurform und Ihrer persönlichen Situation ab. Auch chronische Erkrankungen, Unverträglichkeiten und individuelle Beschwerden müssen berücksichtigt werden. So müssen Sie beispielsweise bei einer Zöliakie selbstverständlich sämtliche glutenhaltigen Lebensmittel konsequent vermeiden. Für die Ernährung nach der Kur können beispielsweise folgende Lebensmittel eine gute Grundlage bilden:

  • Gemüse: Karotten, Zucchini, Fenchel, Kürbis, Kartoffeln, Süßkartoffeln und andere gut verträgliche Gemüsesorten
  • Obst: Beeren, Äpfel, Birnen oder Bananen – abhängig von der individuellen Verträglichkeit.
  • Getreide und Beilagen: Hafer, Hirse, Reis oder Kartoffeln
  • Eiweißquellen: Eier, Fisch, Naturjoghurt oder Kefir sowie – sofern verträglich – Hülsenfrüchte
  • Fettquellen: hochwertiges Oliven- oder Rapsöl, Nüsse und Samen

Es ist empfehlenswert – nicht nur für einen reichhaltigen Speiseplan – dass Sie die Lebensmittel abwechslungsreich miteinander kombinieren. Wichtig ist außerdem, zwischen der Kost während der Mayr-Kur und der langfristigen Ernährung nach der Kur zu unterscheiden. Eine zeitweise reduzierte Kost während einer Kur bedeutet nicht, dass Sie Ihren Darm dauerhaft möglichst wenig belasten oder bestimmte Lebensmittelgruppen meiden sollten. Ziel sollte vielmehr eine ausgewogene Ernährung sein, die Ihnen bekommt und Ihren individuellen Bedürfnissen entspricht.

Was Sie Ihrem Darm besser nicht zumuten sollten

Darmgesundheit entsteht nicht dadurch, dass Sie einzelne Lebensmittel für immer von Ihrem Speiseplan streichen. Vielmehr kommt es auf das Gesamtbild Ihrer Ernährung und Ihres Lebensstils an. Ungünstig kann es beispielsweise sein, regelmäßig sehr große Mahlzeiten zu essen, hastig zu schlingen oder ständig zwischen den Mahlzeiten zu snacken. Auch stark verarbeitete Lebensmittel, sehr zuckerreiche Speisen und ein übermäßiger Alkoholkonsum sollten nicht zur täglichen Gewohnheit werden.

Hinzu kommt ein weiterer Faktor: die persönliche Verträglichkeit. Was einem Menschen problemlos bekommt, kann bei einem anderen Blähungen, Bauchschmerzen oder Durchfall auslösen. Die Mayr-Kur kann Ihnen u. a. helfen, diese Zusammenhänge bewusster wahrzunehmen – dafür gibt es das Grundprinzip der Schulung. Wenn Sie während der Kur schrittweise unterschiedliche Lebensmittel kennenlernen und Ihre Reaktionen beobachten, entwickeln Sie ein besseres Gefühl dafür, was Ihnen guttut. Dabei sollte es nicht um Angst vor bestimmten Lebensmitteln gehen. Eine entspannte Beziehung zum Essen ist mindestens ebenso wichtig wie die Auswahl der Lebensmittel selbst.

Mayr-Kur und Darmgesundheit: So können Sie langfristig profitieren

Der eigentliche Wert einer Kur zeigt sich häufig erst nach der Kur. Denn wenn Sie anschließend wieder in die alten Gewohnheiten zurückkehren, verpufft ein großer Teil des positiven Impulses. Versuchen Sie deshalb, einige der während der Mayr-Kur erlernten Grundsätze dauerhaft in Ihren Alltag zu übernehmen:

  • Nehmen Sie sich Zeit für Ihre Mahlzeiten.
  • Kauen Sie gründlich und langsam.
  • Essen Sie möglichst ohne Ablenkung.
  • Achten Sie auf Ihre natürliche Sättigung.
  • Vermeiden Sie ständiges Naschen.
  • Bevorzugen Sie frische und wenig verarbeitete Lebensmittel.
  • Essen Sie abwechslungsreich und möglichst reich an Gemüse.
  • Berücksichtigen Sie Ihre persönliche Verträglichkeit.
  • Trinken Sie ausreichend.
  • Bewegen Sie sich regelmäßig.
  • Sorgen Sie für ausreichend Schlaf und Erholung.

Auch Stress sollte nicht unterschätzt werden. Der Darm steht in engem Austausch mit dem Nervensystem. Anhaltende Anspannung oder negative Emotionen können bei manchen Menschen dazu beitragen, dass sich Verdauungsbeschwerden verstärken. Ruhe, Bewegung und bewusste Pausen können deshalb eine sinnvolle Ergänzung zu einer darmfreundlichen Ernährung sein. So kann die Mayr-Kur zu einem Ausgangspunkt für eine dauerhafte Veränderung werden: nicht als kurzfristige Diät, sondern als Gelegenheit, den eigenen Umgang mit Essen und Verdauung neu zu betrachten.

Wann Sie Beschwerden ärztlich abklären lassen sollten

Chronische oder wiederkehrende Darmbeschwerden sollten nicht ausschließlich mit einer Ernährungsumstellung oder einer Kur behandelt werden. Besonders wichtig ist eine ärztliche Abklärung, wenn Beschwerden neu auftreten, zunehmen oder ungewöhnlich stark sind.

Ärztlichen Rat sollten Sie insbesondere bei Blut im Stuhl, ungeklärtem Gewichtsverlust, anhaltendem oder starkem Durchfall, ausgeprägten Bauchschmerzen, Fieber, nächtlichen Beschwerden oder deutlicher Leistungsminderung einholen.

Wenn bei Ihnen bereits Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Zöliakie oder eine andere chronische Darmerkrankung diagnostiziert wurde, sollten Sie eine Mayr-Kur grundsätzlich mit Ihrem behandelnden Arzt oder einer entsprechend qualifizierten Fachkraft abstimmen. Denn nicht in allen Fällen kann die Mayr-Kur eine medizinisch notwendige Behandlung ersetzen. Sie kann jedoch – passend zur individuellen Situation – eine wertvolle Unterstützung der Therapie sein und Ihnen Anregungen und Zielsetzungen für einen bewussteren Umgang mit Ernährung, Verdauung und Lebensstil geben.

Fazit: Mayr-Kur bei chronischen Darmerkrankungen

Chronische Darmerkrankungen sind sehr unterschiedlich und verlangen deshalb einen individuellen Umgang sowie eine ärztliche Betreuung bzw. Behandlung. Die Mayr-Kur kann vor allem dort ansetzen, wo alltägliche Ernährungsgewohnheiten den Verdauungstrakt belasten: bei hastigem Essen, großen Mahlzeiten, ständigem Snacken und wenig bewusster Nahrungsaufnahme. Hinzu kommt eine basenüberschüssige Ernährung mit überwiegend frischen Lebensmitteln, die Sie auch in den Alltag mitnehmen.

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