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Fruktose – omnipotenter Krankmacher

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Das Wort Fruchtzucker, also Fruktose, klingt so überaus gesund und erinnert uns an vollreife, wohlschmeckende Früchte voll Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und sekundäre Pflanzenstoffe.

Darüber hinaus benötigt Fruktose kein Insulin, um in die Zellen eingeschleust zu werden, eine bei Diabetes mellitus doch hoch willkommene Eigenschaft. Und so wurde und werden zum Teil nach wie vor Diabetiker-Produkte mit Fruktose gesüßt. Dieser Schuss geht leider nach hinten los. Fruktose begünstigt in hohem Maße eine Insulinresistenz, macht dick, erhöht den Blutdruck, produziert eine Fettleber und kann zu Recht als das ungesündeste aller Süßungsmittel bezeichnet werden. In Anbetracht der Gesundheit von Obst scheint das paradox zu sein. Wir müssen uns aber darüber im Klaren sein, dass in einigen Obstsorten nicht so viel Fruktose enthalten ist, wir nicht so viel Obst essen und es ja bekanntlich viele Menschen gibt, die Obst nicht gut vertragen. (Ein Beitrag von Dr. med. Alex Witasek)

Was ist Fruktose?

Fruktose ist ein Einfachzucker, der doppelt so süß ist wie Glukose. Und da sie einfach herzustellen und billiger ist, wird sie gerne zum Süßen von Fertigprodukten verwendet. Außerdem verhindert sie das Auskristallisieren von Tiefkühlkost. Nach der Kubakrise konnten die USA keinen Rohrzucker mehr aus Kuba importieren und erfanden dafür den Cornsirup. Dieser besteht zu einem Großteil auch Fruktose. Was das bewirkt, sehen wir am Durchschnitts-BMI des Amerikaners.

Unser normaler Haushaltszucker ist der Zweifachzucker Saccharose, der aus je einem Molekül Glukose und Fruktose besteht.

Was stellt nun Fruktose so alles an?

Reizdarmsyndrom, silent inflammation, Krebs

Fruktose kann direkt die Darmschleimhaut schädigen und ein leaky gut syndrom verursachen. Außerdem ernähren sich schädliche Darmkeime besonders gerne von Fruktose. Also haben wir die Grundlage für Intoleranzen, Reizdarmsyndrom, silentinflammation (= stille, sprich unbemerkte Entzündungen), Arteriosklerose, Autoimmunerkrankungen und Krebs gelegt. Außerdem ernähren sich Krebszellen besonders gerne von Fruktose.

Gicht

Es müssen nicht immer die Hülsenfrüchte, die Innereien und das dunkle Fleisch sein. Beim Abbau von Fruktose in der Leber entsteht relativ viel Harnsäure. Menschen mit Gicht-Anamnese sollten daher auf Fruktose verzichten.

Insulinresistenz

Fruktose begünstigt die Entstehung einer Insulinresistenz und zwar über einen Mangel an Stickoxyd. Sie fördert also Diabetes mellitus, obwohl sie kein Insulin benötigt. Das Insulin erhöht sich dabei trotzdem und alle Zivilisationserkrankungen werden durch dieses begünstigt.

Übergewicht

Insulin bewirkt in der Leber die Umwandlung von Zucker in Fett, hemmt selbst die Fettverbrennung und fördert damit Adipositas. Aber auch ohne Insulin wird Fruktose in der Leber zu Fett verstoffwechselt, welches sich zuerst im Blut zeigt und dann ins Fettgewebe eingelagert wird. Fruktose begünstigt auch eine Leptin-Resistenz. Und schon ist unser Sättigungsgefühl verschwunden und dem Übergewicht wird Tür und Tor geöffnet.

Vitamin-D Mangel

Die erhöhte Harnsäure kann die Bildung der aktiven Form des Vitamin D (1,25(OH)2Vitamin D3 (Calcitriol)) hemmen. Über diesen Umweg kann Fruktose also auch einen Vitamin-D Mangel verantworten.

Bluthochdruck und Herz-Kreislauferkrankungen

Hierfür gibt es mehrere Mechanismen: Insulin erhöht den Blutdruck über eine vermehrte Natrium-Rückresorption in der Niere. Außerdem fehlt genügend NO (=Stickstoffmonoxid) zur Flexibilisierung und damit Erweiterung der Blutgefäße. Somit fließt das Blut langsamer bzw. schlechter durch den Körper, staut sich sozusagen auf und es kommt zum erhöhten Blutdruck.

Fruktosemalabsorption

Im Gegensatz zur sehr seltenen (1:20.000) hereditären Fruktoseintoleranz, kommt die Fruktosemalabsorption sehr häufig vor (ca. 30%). In diesem Fall funktioniert die GLUT5 Pumpe im Darm nicht mehr und Fruktose kann nicht mehr ins Blut resorbiert werden. Ursache dafür können eine entzündete Darmschleimhaut bzw. eine Mitochondriopathie und somit ein Energiemangel im GLUT5 Transporter sein. Sorbit kann ebenfalls hemmend wirken. Glukose fördert hingegen die Fruktoseaufnahme, was begründet, dass Haushaltszucker bei Fruktosemalabsorption relativ gut vertragen wird.

Die nicht resorbierte Fruktose wandert in tiefere Darmabschnitte, füttert schädliche Darmbakterien und Pilze und bewirkt Blähungen und Reizdarmsyndrom. Darüber hinaus verbindet sie sich im Dünndarm mit Tryptophan, wodurch dieses nicht mehr resorbiert werden kann. Ein Serotonin- und folglich auch Melatonin-Mangel mit Depression, erhöhtem Schmerzempfinden und Schlafstörungen sind die Folge.

Die positive Nachricht an uns Mayrärzte lautet: Eine Fruktosemalabsorption kann u.U. geheilt bzw. verringert werden, wenn die Darmschleimhaut regeneriert, das Mikrobiom reguliert und die Mitochondrien wieder gestärkt werden.

Müssen wir jetzt generell auf alle Früchte verzichten?

Nein! „Sag niemals nie“ heißt es schon bei James Bond.

Aber einige Paradigmen müssen über Bord geworfen werden. Honig, Corn-Sirup, Birnendicksaft usw. sollten gemieden werden. Marmelade und Haushaltszucker sind besser. Schließlich gibt es ja auch den Vollwertzucker, in dem, so wie im Honig, auch noch Mineralstoffe und Spurenelemente enthalten sind.

Bei einer Fruktose-Malabsorption soll diese Tabelle beachtet werden:

Fructosearm, ohne Probleme verträglichNur Fructose-haltig, selber ausprobierenFructose- und Sorbit-haltig, fast immer mit Problemen
HonigmeloneObstsäfte stark verdünnt bzw. mit Traubenzucker gesüßt Apfel (vor allem Saft, Mus und getrocknet)
 Zuckermelone Marmeladen in kleinen Mengen Pflaume (Dörrpflaumen)
 Zitrone Orangensaft gespritzt Birne (vor allem als Saft und getrocknet)
 (Banane) Orangen Marille (vor allem als Saft und getrocknet)
 Mandarine Kirschen Pfirsich (-saft, getrocknet)
 Papaya Kiwi Rosinen, Trauben (-saft)
  Kaki Dattel
  Wassermelone Honig
  Heidelbeere Erdbeere
 Brombeere Rot- und Weißwein (nur süße Dessertweine)
 Preiselbeere 
 Ananas(-kompott) 
 Mirabelle 
 Stachelbeere 
 Rhabarber 
 Mango 
 Zwiebel 
 Schwarzwurzel 
 Artischocke 

2 Antworten

  1. Ich möchte bei einer bestehenden Fructose Intoleranz eine Mayr Kur machen! Wo wäre das möglich? Vorzugsweise Steiermark!

  2. Eine Mayr Kur in der Steiermark wäre mein Wunsch!
    Aber natürlich kommen auch andere Bundesländer in Betracht! NÖ, OÖ, Salzburg u.a.

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