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Die 5 besten Heilkräuter für den Darm

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So wirken Heilkräuter auf die Verdauungsorgane

Ohne die Makronährstoffe Fett, Eiweiß und Kohlenhydrate sowie die vielen kleinen „Helferlein“ (= Mikronährstoffe) wie Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Bitterstoffe, sekundäre Pflanzenstoffe usw. können wir nicht existieren. All diese Substanzen greifen wie Zahnräder ineinander und sorgen dafür, dass alle Körperfunktionen korrekt ablaufen.

Damit die Nährstoffe ihre Aufgaben erfüllen können, müssen sie in den meisten Fällen über die Nahrung zugeführt werden. Diese muss zerlegt werden, damit unser Körper die darin enthaltenen Substanzen überhaupt nutzen kann. An diesem Vorgang sind zahlreiche Organe beteiligt, welche die Nahrung mithilfe von Verdauungssäften, Sekreten und Enzymen aufspaltet. Erst dann können die lebensnotwendigen Nährstoffe zu den entsprechenden Stellen im Körper gelangen und korrekt verwertet werden.

Wichtig für eine optimale Verdauung sind Bitterstoffe. Sie kurbeln die Produktion von Verdauungssäften an und stimulieren die Stoffwechselaktivität. Das geschieht, indem sie die Geschmacksknospen der Zunge stimulieren, was reflexartig die Bildung und Ausscheidung von Verdauungssäften anregt. So enthalten viele Verdauungsmittel aus der Naturmedizin in erster Linie Bitterstoffe. Diese haben vor allem folgende positive Auswirkungen auf die Verdauung, wobei die pflanzlichen Säuren ähnliche Funktionen haben:

  • regen den Speichelfluss an – und damit den Start der Verdauungsarbeit im Mund
  • verbessern den Leberstoffwechsel – und damit die Fettverdauung
  • fördern den Gallefluss – und damit die Aufnahme und Verwertung fettlöslicher Vitamine
  • sorgen für eine bessere Peristaltik von Magen und Darm – und damit für den Weitertransport des Nahrungsbreis.

Wenn Sie mehr über die Bitterstoffe erfahren möchten, dann finden Sie unter „Die vielen Talente der Bitterstoffe“ zahlreiche Informationen dazu.

Auch ätherische Öle in den Heilkräutern fördern die Verdauung. Sie

  • helfen bei Magen- und Darmbeschwerden und Krämpfen
  • lindern Blähungen
  • regen die Galleproduktion und den Gallenfluss an
  • regulieren die Produktion von Magensaft
  • verbessern die Magen- und Darmperistaltik

Nun stellen wir Ihnen unsere Top-Five unter den Heilkräutern für die Verdauung jeweils in Kurzporträts vor. Die Reihenfolge ist allerdings keine Wertung, denn wir finden alle gleich wertvoll. Ohnehin sollten Sie selbst ausprobieren, welche Pflanzen am besten zu Ihnen passen und bei welchen Beschwerden am effektivsten bei Ihnen wirken.

1 | Enzian

Inhaltsstoffe:

Die Enzianwurzel weist mit 2 bis 3 % einen hohen Anteil an Bitterstoffen auf, womit ihr bitterer Geschmack zu erklären ist. Auch die enthaltenen Zuckerverbindungen wie Genianose und Gentiobiose können bitter schmecken. Zudem finden sich im Enzian 30 bis 55 % Kohlenhydrate wie Glucose und Fructose sowie ätherische Öle und gelbe Farbstoffe. Außerdem enthält die Wurzel u.a. Gerbstoff, Gerbsäure, Zink, Inulin und Schleim.

Wirkung und Einsatzgebiete:

Aus der Enzianwurzel wird vor allem Tee und Extrakt bzw. Tinktur verwendet. Die enthaltenen Bitterstoffe regen die Produktion von Gallenflüssigkeit, Magensäften und Bauchspeicheldrüsensaft an. Außerdem steigert der Enzian den Appetit und hilft gegen Völlegefühl und Blähungen. Zudem soll der Extrakt entzündungshemmend wirken und die Bewegung des Dünndarms steigern. In einer unkontrollierten klinischen Studie verbesserte der Enziantinktur die Verdauung von Fetten und Proteinen.

Anwendungsbeispiele:

  • Für Tee übergießen Sie 1 Gramm Enzianwurzel (ca. ½ Teelöffel) mit siedendem Wasser. 5 bis 10 Minuten ziehen lassen und danach abseihen. Zur Appetitanregung trinken Sie den Tee eine halbe Stunde vor den Mahlzeiten und bei Verdauungsbeschwerden nach den Mahlzeiten eine Tasse mäßig warmen bzw. kalten Tee.
  • Ein Kaltauszug wird aus einem Gramm Enzianwurzel sowie 2 Glas Wasser in Zimmertemperatur hergestellt. Lassen Sie das Ganze 8 Stunden kalt ziehen und gießen Sie die Flüssigkeit durch ein Sieb. Den Kaltauszug eine halbe Stunde vor dem Essen trinken.
  • Eine Tinktur wird aus kleingeschnittener Enzianwurzel und Doppelkorn oder Weingeist hergestellt. Lassen Sie den Ansatz in einer verschlossenen Flasche oder Glas zwei bis sechs Wochen ziehen. Danach wird er abgeseiht und Sie können davon dreimal täglich 10 bis 20 Tropfen vor dem Essen einnehmen.

Weitere Infos:

In Deutschland steht der Enzian unter Naturschutz und Sie dürfen ihn deshalb nicht in der freien Natur sammeln. Es gibt ihn aber als Tee oder Wurzel zu kaufen. Enzian sollten Sie nicht bei Geschwüren in Darm und Magen anwenden. Über den Tag sollten Sie nicht mehr als 2 bis 4 Gramm Enzianwurzel zu sich nehmen.

2 | Löwenzahn

Inhaltsstoffe:

Im Löwenzahn sind Bitterstoffe, Schleimstoffe, Phytosterole, Gerbstoffe, Cumarine, Carotinoide, Triterpene und Flavonoide enthalten. Die Wurzel enthält Inulin, wobei der Gehalt im Herbst bis auf 40 % ansteigen kann. Zudem liefert die Pflanze Vitamin C sowie zahlreiche Mineralstoffe wie Kalium, Magnesium und Phosphor. Des Weiteren ist der der Löwenzahn sehr eiweißreich.

Wirkung und Einsatzgebiete:

Der Löwenzahn hat eine kraftvolle Wirkung auf sämtliche Verdauungsorgane. Er wirkt krampflösend sowie appetitanregend und steigert die Sekretion des Magensaftes. Außerdem hilft er bei Störungen des Gallenflusses und bei allgemeinen Verdauungsbeschwerden wie Völlegefühl und Blähungen. Sehr gerne wird Löwenzahn auch in einer Frühjahrskur eingesetzt, wo er die Ausscheidung von Schlacken und Giften beschleunigt. Die Bitterstoffe regen zudem die Tätigkeit der Leber an, die ja bekanntlich ein wichtiges Entgiftungsorgan ist. Durch seine allgemein entzündungshemmende Wirkung kann der Löwenzahn auch im Darm und den anderen Verdauungsorganen hilfreich sein. Eine Löwenzahnkur kann zudem unterstützend eingesetzt werden, um der Bildung oder Vergrößerung von Gallensteinen entgegenzuwirken. Vom Löwenzahn können Tee, die frischen Blätter im Salat, der Wurzelextrakt oder auch der Presssaft genutzt werden.

Anwendungsbeispiele:

  • Für Löwenzahntee verwenden Sie ein bis zwei gehäufte Teelöffel vom getrockneten Kraut samt Wurzel und übergießen die Pflanzenteile mit 200 ml kochendem Wasser. Etwa 10 bis 15 Minuten ziehen lassen und abseihen. Jeweils morgens und abends eine Tasse frischen Tee trinken.
  • Einen frischen Presssaft können Sie selbst mit einem geeigneten Entsafter oder einer Graspresse aus gesammelten Löwenzahnblättern herstellen. Heraus kommen sollten dabei 50 Milliliter Saft, den Sie dreimal täglich ca. eine halbe Stunde vor den Mahlzeiten langsam trinken. Natürlich gibt es Löwenzahnpresssaft auch zukaufen. Achten Sie hier auf Bioqualität, schonende Herstellung und ein möglichst reines Produkt ohne überflüssige Zutaten.
  • Auch mit Löwenzahnextrakt können Sie eine Kur durchführen. Entsprechende Produkte gibt es zu kaufen. Verwenden Sie diese entsprechend der Anleitung. Allgemein können Sie einen viertel Teelöffel in den Mund nehmen, gut einspeicheln und dann schlucken. Wenn Ihnen das zu bitter ist, können Sie den Extrakt auch in Wasser, Smoothie oder Kräutertee einnehmen.

Weitere Infos:

Eine Kur mit Löwenzahn sollte zwischen vier und sechs Wochen dauern. Wenn Sie das Ganze gut vertragen, können Sie es regelmäßig wiederholen. Es lohnt sich zudem, die frischen Blätter zu sammeln und in Salaten zu verzehren. Denn auch so kommen Sie an die wertvollen Inhaltsstoffe und positiven Wirkungen. Bei bestimmten Gallenleiden sollten Sie mit der Anwendung von Löwenzahn vorsichtig sein.

3 | Beifuß

Inhaltsstoffe:

Die wichtigsten Inhaltsstoffe des Beifußes sind Bitterstoffe – in dem Fall vor allem die Sesquiterpenlactone – sowie ätherisches Öl, das vor allem aus Cineol, Thujon und Kampfer besteht. Enthalten sind außerdem Gerbstoffe, Cumarine, Flavonoide und Triterpene. Auch Vitamine und Inulin finden sich im Beifuß.

Wirkung und Einsatzgebiete:

Der Beifuß hilft bei Appetitlosigkeit, Verdauungsschwäche, Gallenleiden, Krämpfen und Blähungen. Zudem vertreibt er Würmer und wirkt antibakteriell. Auch bei Verstopfungen oder Übelkeit kann die Pflanze hilfreich sein. In der Volksmedizin werden sowohl die Blätter als auch die Wurzeln verwendet.

Anwendungsbeispiele:

  • Fettreiche Speisen würzen Sie am besten mit frischem oder getrocknetem Beifuß und verbessern damit deren Bekömmlichkeit und Verdaulichkeit. Bekannt ist er als Gewürz von Gänsebraten, passt aber auch in Suppen, zu Fleisch und den entsprechenden Soßen, zu Käse, Fisch und Pilzen.
  • Für Beifußtee verwenden Sie 1 bis 1,5 Teelöffel des Krautes und übergießen dieses mit 250 ml gekochtem und leicht abgekühltem Wasser. Lassen Sie den Tee 3 bis 5 Minuten ziehen und geben Sie ihn dann durch ein Sieb. Den Beifußtee trinken Sie dreimal täglich vor den Mahlzeiten.

Weitere Infos:

Beifuß ist eine recht stark wirkende Heilpflanze. Deshalb sollten Sie nach zwei Wochen mit der Anwendung eine Pause von drei bis vier Wochen machen. Da der Beifußtee wehenfördernd sein kann, sollten Schwangere ihn besser nicht trinken.

4 | Pfefferminz

Inhaltsstoffe:

Besonders interessant sind die ätherischen Öle in der Minze – bis zu 3 % enthält die Pflanze davon. Dazu gehören Carvon, Linalool und Menthol. Weitere Inhaltsstoffe der Pfefferminze sind zudem Bitterstoffe, Phenolcarbonsäuren, Gerbstoffe und Flavonoide.

Wirkung und Einsatzgebiete:

Den Pfefferminzblättern wird eine blähungstreibende und krampflösende Wirkung zugesprochen. Zudem steigern sie erheblich die Gallensekretion, was zu einer effektiveren Verdauungsarbeit beiträgt. Außerdem soll Pfefferminz antiseptisch und entkrampfend wirken. Die Pfefferminze wird innerlich bei Blähungen, Galle-, Leber- und Verdauungsbeschwerden sowie bei Reizdarmsyndrom eingesetzt. Auch zur Stärkung des Magens und gegen Übelkeit finden sie Anwendung. Durch ihre antibakteriellen Eigenschaften bekämpft die Pfefferminze verschiedene Streptokokken-Arten sowie Escherichia Coli. Letztere können Durchfall und Darmentzündungen auslösen. Die traditionelle chinesische Medizin stellt u.a. einen Bezug der Pfefferminze zu Leber-Galle und Magen her. Hauptsächlich kommt die Pfefferminze als Tee zum Einsatz, aber auch als ätherisches Öl. Innerlich angewendet, wirkt es im Magen-Darmbereich entspannend und entkrampfend. Zudem vermindert es die Geschwindigkeit des Schließmuskels der Speiseröhre, wodurch sich der Magen schneller entleeren kann.

Anwendungsbeispiele:

  • Zur Teezubereitung übergießen Sie 2 Teelöffel getrocknete Pfefferminz mit 200 ml heißem, nicht mehr kochendem Wasser. Danach das Ganze 5 bis 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Vom Pfefferminztee können Sie jeweils eine frisch zubereitete Tasse zwischen den Mahlzeiten trinken.
  • Vom Pfefferminzöl können Sie bei Magen-Darmbeschwerden, Verdauungsproblemen oder Reizdarmsyndrom bis zu dreimal täglich 2 bis 4 Tropfen mit einem Würfel Brot oder einem Teelöffel Vollrohrzucker einnehmen.

Weitere Infos:

Sehen Sie Pfefferminztee eher als Heiltee an und halten Sie sich an die Tagesdosis von zwei bis drei Gramm. Trinken Sie ihn nicht ausschließlich als Frühstückstee, sondern wechseln ihn mit anderen Kräutertees ab. Wenn Sie den Pfefferminztee arzneilich nutzen möchten, sollten Sie darauf achten, dass er aus qualitativen hochwertigen Minzblättern hergestellt wurde. Nur dann sind ausreichend ätherische Öle enthalten, die ihre Wirkung entfalten können. Schwangere sollten von dem Pfefferminztee nur geringe Mengen trinken und während der Stillzeit sollte ganz darauf verzichtet werden. Wenn Sie zu Sodbrennen neigen, ist Pfefferminztee ebenfalls nicht geeignet.

5 | Kamille

Inhaltsstoffe:

In den Kamilleblüten ist bis zu 1,5 Prozent blaues ätherisches Öl (Bisabolol, Chamazulen) enthalten. Zudem finden sich in der Pflanze Cumarine, Flavonoide, Terpene, Polysaccharide und Schleimstoffe.

Wirkung und Einsatzgebiete:

Die ätherischen Öle wirken – häufig im Zusammenspiel mit weiteren Inhaltstoffen der Kamille – vor allem entzündungshemmend, desinfizierend und krampflösend. Das kommt daher, dass die Pflanzenwirkstoffe bestimmte Enzyme hemmen, die für die Bildung von Prostaglandinen zuständig sind. Diese Hormone wiederum können bei übermäßiger Ausschüttung zur Erweiterung der Blutgefäße sowie zu Entzündungen und Schmerzen führen. Durch diese frühzeitige Einwirkung sind Kamillenblüten vielseitig einsetzbar und eben auch für die Verdauungsorgane überaus hilfreich. Kamillentee hilft bei Durchfall sowie Bauch- und Magenkrämpfen, indem er eine Entspannung der Muskulatur an diesen Körperstellen bewirkt. Außerdem kann Kamille die Heilung eines vorhandenen Magengeschwürs beschleunigen. Es entsteht durch eine übermäßige Produktion des Verdauungsenzyms Pepsin, die von den Kamillenblüten in natürliche Bahnen zurückgelenkt wird. Auch bei einer akuten Magenschleimhautentzündung kann die Pflanze beruhigend sein. Kamillentee neutralisiert zudem die Magensäure und beruhigt überreizte Magennerven. Auf diese Weise kann er erfolgreich bei Erbrechen eingesetzt werden.

Anwendungsbeispiele:

  • Bei einer Kur mit Kamillentee trinken Sie einen Monat lang mehrere Tassen warmem Tee pro Tag in kleinen Schlucken. Zur Zubereitung gegen Magen-Darmbeschwerden überbrühen Sie zwei Teelöffel Kamillenblüten (ca. 2 Gramm) mit 200 ml siedend heißem Wasser. Danach 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen und abseihen.
  • Da beim Tee kein geringer Teil des ätherischen Öls in den Kamillenblüten zurückbleibt, kann eine Therapie mit einem standardisierten Auszug hilfreicher sein. Halten Sie sich bitte an die Dosierungs- und Anwendungsempfehlungen des Herstellers.

Weitere Infos:

Wenn Sie Kamillenblüten verwenden, achten Sie bitte auf die Arzneiqualität der Blüten. „Normaler“ Kamillentee aus dem Supermarkt liefert meist nicht die notwendige Wirkstoffkonzentration. Manchmal kann es bei der Anwendung von Kamille zu Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln kommen.

Heilkräuter für sich nutzen und dabei nicht unterschätzen

Nehmen Sie die Wirkungen der Heilkräuter ernst und beobachten Sie bei deren Anwendung Ihre Körperreaktionen. Zudem gehört natürlich eine abwechslungsreiche und basenüberschüssige Ernährung unbedingt zu einem gesunden Leben im Mayrschen Sinne dazu. Sollte es dennoch einmal zu Problemen kommen, können Sie die pflanzlichen Helfer aus der Natur unterstützend nutzen und müssen nicht gleich zu chemischen Medikamenten greifen.

Zur Sicherheit müssen wir Sie darauf hinweisen, dass wir trotz gründlicher Recherche keine Garantie für die genannten Wirkungen übernehmen können. Auch wissen wir nicht, welche Heilpflanzen für Ihre Beschwerden die passenden sind und ob Sie diese vertragen. Im Zweifel befragen Sie bitte immer Ihren Therapeuten.

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