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Die vielen Talente der Bitterstoffe

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Dass ein gesundes, natürlich funktionierendes Verdauungssystem wesentlich für die menschliche Gesundheit ist, war Grundlage der Arbeit von F. X. Mayr. Die Bitterstoffe sind dabei nützliche Helfer. Denn am Spruch „Bitter dem Mund, im Magen gesund“ ist sehr viel Wahres dran. Leider ist diese Geschmacksrichtung nicht sehr beliebt und so wurden die wertvollen Bitterstoffe aus vielen Lebensmitteln weggezüchtet. Wo sie dennoch zu finden sind, erfahren Sie jetzt. Zuvor machen wir Sie mit den zahlreichen nützlichen Eigenschaften dieser talentierten und für uns so nützlichen Substanzen bekannt.

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Was sind Bitterstoffe?

Bitterstoffe sind die bitteren Bestandteile bestimmter Pflanzen und werden zu den sekundären Pflanzenstoffen gezählt. So ist im Wermut das Absinthin enthalten, im Löwenzahn sogenannte Sesquiterpenlacton-Bitterstoffe, im Hopfen sind es Humulon und Lupulon, Cynarin in Artischocken oder Naringin in Grapefruits. An dieser kurzen Aufzählung erkennen Sie schon die Vielzahl der verschiedenen Bitterstoffe, die zudem chemisch unterschiedlich strukturiert sind. Doch in ihrer Wirkung sind sie quasi identisch – dazu gleich mehr.

Den Pflanzen dienen die bitteren Substanzen u.a. als Fraßschutz zum Überleben. Für Tiere und Menschen bildet der bittere Geschmack eine natürliche Essbremse, so dass in der Natur eine solche Pflanze nie gänzlich „weggefuttert“ wird. Zudem machen die Bitterstoffe schneller satt, weil sie den Verdauungsvorgang sofort in Gang setzen.

Fehlen Bitterstoffe in der Nahrung, kann es zu unnatürlichem Essverhalten kommen. Es hat Fälle gegeben, da wurde ein neuartiger Raps auf den Feldern angebaut und die Wildtiere haben sich daran regelrecht überfressen. Dem Raps wurden nämlich die normalerweise enthaltenen Bittersubstanzen weggezüchtet. So fehlte die natürliche Bremse und ein Sättigungsgefühl trat ebenfalls nicht ein. Deshalb haben die Hasen und Rehe haben immer weiter gefressen und sind davon krank und träge geworden.

Abneigung gegen bitter signalisiert großen Bedarf

Ähnlich macht es die Nahrungsindustrie seit Jahrzehnten mit uns Menschen. Unsere „Zivilisation“ geht ebenfalls Gefahr, sich zu „überessen“. Das liegt an den unnatürlichen, appetitanregenden und geradezu gierig machenden Aromen und anderen Zusatzstoffen in vielen Nahrungsmitteln und an den gleichzeitig fehlenden Bitterstoffen. Natürlich könnte man das auch positiv sehen: Ob Nahrungsmittelkonzern oder Chefkoch im Lokal – alle wollen, dass es uns schmeckt.

Doch selbst wenn wir davon ausgehen, dass es gut gemeint ist, sind die Auswirkungen fatal. Wir essen zu viel von den falschen Nahrungsmitteln. Das macht die Menschen träge und apathisch, führt zu Übersäuerung und zahlreichen Krankheiten. Wir verlieren unseren natürlichen Geschmackssinn sowie das einst ursprüngliche innere Wissen, welche Lebensmittel uns gut tun und unser Körper in bestimmten Situationen gerade braucht. Zudem kommen wir nicht mehr in den Genuss der zahlreichen positiven und teilweise lebensnotwendigen Wirkungen der Bitterstoffe.

Naturheilpraktiker sind davon überzeugt, dass ein menschlicher Körper umso dringender Bitterstoffe benötigt, je stärker sein Besitzer eine Abneigung dagegen verspürt. Hören Sie darauf und unterstützen Sie Ihren Organismus bei seiner Verdauungsarbeit und für mehr Wohlgefühl und Gesundheit.

Denn es gibt Hoffnung: Sie können Ihr Geschmacksempfinden trainieren und sich an den bitteren Geschmack gewöhnen. Das geht schneller, als Sie denken, und plötzlich schmecken Ihnen Wildkräuter, Grapefruit und Co. sogar richtig gut. Spätestens dann, wenn Sie bemerken, wie gut Ihnen diese natürlichen Substanzen tun. Doch bevor wir Sie ins „bittere“ Trainingslager schicken, sollen Sie noch erfahren, warum sich das auf jeden Fall für Sie lohnt.

Bitterstoffe für eine gesunde Verdauung

Der wichtigste positive Effekt von Bitterstoffen ist, dass sie die Verdauung unterstützen. Das tun sie, indem sie die Produktion der Verdauungssäfte in Schwung bringen. Bereits im Mund sorgen sie dafür, dass mehr Speichel produziert wird, der der Vorverdauung der Nahrung dient. Deshalb gehört ja auch das gründliche Kauen zum Mayrschen Stärkungsprogramm für den Darm und die anderen Verdauungsorgane. Denn auch dadurch wird bereits im Mund die Nahrung vorverdaut und den anderen Organen die Arbeit erleichtert.

Zurück zu den Bitterstoffen: Der bittere Geschmack stimuliert Magen, Galle, Bauchspeicheldrüse und Leber, sofort mit ihrer Arbeit zu beginnen, wenn die Speisen im Verdauungssystem ankommen. Auf diese Weise werden Magensäfte, Gallenflüssigkeit und Insulin freigesetzt. Der Körper benötigt diese Substanzen unbedingt für die Aufnahme von Nährstoffen aus der Nahrung. Gleichzeitig beginnt die Leber damit, Giftstoffe abzubauen und auszuscheiden.

Die Sekretion der Gallenflüssigkeit sorgt vor allem für den Abtransport von Fetten aus dem Körper. Außerdem hilft auch die Galle dabei, Abfallprodukte und Gifte loszuwerden. Des Weiteren vermindern die Bitterstoffe durch ihre verdauungsfördernde Wirkungen unangenehme Gärungs- und Fäulnisprozesse im Darm sowie Blähungen.

Alles in allem greifen die Bitterstoffe an der Wurzel möglicher Verdauungsprobleme an und wirken im gesamten Verdauungssystem. Dadurch wird die aufgenommene Nahrung leichter verstoffwechselt und Ihr Körper kann sie wesentlich besser verwerten. So verbessern Bitterstoffe die Resorption von Vitamin A, B12, D, E und K sowie von Eisen aus dem Verdauungstrakt. Im Falle einer verbesserten B12-Aufnahme unterstützen Bitterstoffe sogar die Blutbildung.

Bitterstoffe für die schlanke Linie

Die bereits erwähnte Funktion als natürliche Essbremse bewirkt, dass der Appetit z.B. auf Süßes durch die Bitterstoffe auf natürliche Weise gezügelt wird. Fehlen diese Substanzen in unseren Lebensmitteln, essen wir weit über den Hunger und ein gesundes Maß hinaus. Das schadet sowohl der Gesundheit als auch der Figur.

Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass Bitterstoffe zur schlanken Linie beitragen. Der zusätzliche Verzehr von bitteren Lebensmitteln hilft beim Abnehmen. Das zeigte auch eine Studie in New Jersey. Die Probanden erhielten drei Monate lang täglich einen bitterstoffreichen Extrakt aus Wildkräutern. Und prompt nahmen die Teilnehmer im Durchschnitt 4,1 Kilo ab.

Bitterstoffe tragen zudem dazu bei, dass das Sättigungsgefühl früher eintritt. Dadurch wird automatisch weniger gegessen. Außerdem bremsen sie den Heißhunger auf Süßes. Probieren Sie es aus: Wenn Sie ein Verlangen auf Süßigkeiten verspüren, essen Sie stattdessen ein bitterstoffhaltiges Lebensmittel – der Zuckerhunger verschwindet. Da bittere Lebensmittel zudem im Allgemeinen wenige Kalorien enthalten, tragen sie zur Gewichtsreduktion bei. Zusätzlich sagen Experten, dass Bitterstoffe die Fettverdauung ankurbeln.

Weitere Gesundheitseffekte der Bitterstoffe

Darmbewegung und Entgiftung

Bitterstoffe helfen dem Darm aktiv bei seiner Arbeit und tragen zudem zur Entgiftung des Körpers bei. Denn die Darmschleimhäute ziehen sich durch den bitteren Geschmack zusammen und dehnen sich dann wieder aus. Diese Anregung der Darmbewegung trägt dazu bei, Stoffwechselschlacken, Gifte und andere schädliche Substanzen leichter und schneller aus dem Körper abzutransportieren und auszuscheiden.

Säure-Basen-Gleichgewicht

Mit den Pflanzen, die Bitterstoffe enthalten, gelangen basische Verbindungen in Ihren Körper. Dadurch wird er entsäuert und Ihr Säure-Basen-Haushalt kommt wieder ins Gleichgewicht. Außerdem unterstützen Bitterstoffe den Organismus bei der Anlegung eines Basenvorrates und sie wirken einer Übersäuerung entgegen.

Verjüngung

Die Bitterstoffe sorgen zudem dafür, dass Ihr Herz-Kreislauf-System angekurbelt wird. Ihre Organe werden besser durchblutet und in ihrer Funktion gestärkt. Die Blutgefäße bleiben flexibel, was Sie vor zu hohem Blutdruck schützt.

Kraftvolle Immunabwehr

Da die Bitterstoffe den Darm stärken, bringen Sie auch das Immunsystem auf Trab. Denn eine gesunde Darmflora und geschmeidige Darmwände sind enorm wichtig für aktive und stabile Abwehrkräfte.

Starke Psyche

Auf einem Heilpraktikerkongress in Karlsruhe sagte die Leiterin der Heilpflanzenschule Freiburg/ Breisgau, Ursel Bühring: „Bitterstoffe sind Mutmacher. Sie eignen sich aufgrund ihrer tonisierenden Eigenschaften gut für Menschen, die ihre Spannkraft verloren haben, lethargisch und antriebslos geworden sind und für Menschen mit Null-Bock-Stimmung oder Mangel an Initiative. Sie können in diesem Sinne auch bei Depressionen unterstützend eingesetzt werden.“

Verbesserte Gesundheit

Zudem wurde auf dem Fachkongress erläutert, dass regelmäßig eingenommene Bitterstoffe die Cholesterinwerte senken, den Stoffwechsel verbessern, die Nieren anregen, den Blutzuckerspiegel positiv beeinflussen und die Entstehung von Krebsvorläuferzellen unterdrücken können.

Gesündere Ernährung

Nicht zuletzt trainieren Sie – wie eingangs bereits erwähnt – Ihre Geschmacksnerven. Diese reagieren empfindlicher auf die künstliche Industrienahrung und Sie ernähren sich automatisch gesünder.

Diese Lebensmittel enthalten Bitterstoffe

Bitterstoffe kommen in Pflanzen in unterschiedlicher Menge vor – je natürlicher und weniger verzüchtet, desto mehr Bitterstoffe sind enthalten. Nachfolgend eine Aufzählung von sinnvollen Quellen für Bitterstoffe:

  • Ganz vorne stehen dabei die Wildkräuter – ob Löwenzahn, Wermut, Enzianwurzel oder viele mehr. Sämtliche „grüne Blätter“ und zahlreiche Wurzeln von essbaren Wildkräutern sind reich an Bitterstoffen.
  • Ebenfalls mit Bitterstoffen gesegnet sind Küchenkräuter wie Majoran, Petersilie, Thymian, Rosmarin, Basilikum, Estragon oder Salbei.
  • Gemüse, bei denen diese wichtigen Stoffe noch enthalten sind, sind u.a. Artischocken, Rucola, Endiviensalat, Radicchio, Chicorée, Mangold, Spinat, Frühlingszwiebeln, Kohlsorten wie Rosenkohl, Weißkohl, Grünkohl oder Blumenkohl.
  • Bei Obst sind es vor allem Grapefruits, Zitronen und Orangen, die noch Bitterstoffe aufweisen.
  • Gewürze wie Ingwer, Kardamom, Kurkuma, Bockshornklee oder Pfeffer sorgen ebenfalls für gesunde Bitternis.
  • Auch einige Pseudogetreidearten wie Hirse und Amaranth versorgen Sie mit den gesunden Bitterstoffen.
  • Vor allem alte Obst- und Gemüsesorten sind noch nicht verzüchtet und kaum verändert. Erkundigen Sie sich auf Bauernmärkten, im Biosupermarkt oder auf Biohöfen danach.
    >> Mayr-Kur & Bio-Kost
  • Sinnvoll können zudem Kräuterextrakte bzw. -tinkturen sein. Diese können Sie entweder mit vorgemischten getrockneten Kräutermischungen und Alkohol selbst herstellen oder fertig kaufen. Der bekannteste ist wohl der Schwedenbitter. Zudem gibt es weitere Produkte wie Bitterstern, Heidelberger’s 7 Kräuter Stern oder ähnliche. Auch Bitter-Tees können Sie ergänzend trinken.
  • Die Bitterstoffe gibt es auch in Kapselform. Allerdings ist deren Wirkung wesentlich abgeschwächter als die der Tinkturen. Zudem können Sie Ihre Geschmacksknospen nur umtrainieren, wenn die „Kräuterbitter“ im Mund zu wirken beginnen.

Weitere Hinweise und Tipps zur einer Ernährung nach Mayr finden Sie auch hier:

>> Ernähren im „Mayrschen Sinne“: So gelingt‘s mit Leichtigkeit

Ein Hoch auf die Bitterstoffe

Die Umstellung auf mehr Bitterstoffe können Sie langsam starten und in einer „Misch-Ernährung“ Ihre Geschmacksnerven wieder an den bitteren Geschmack gewöhnen. Viele der o.g. Gemüse oder anderer Lebensmittel können Sie zudem gut in Ihre tägliche Ernährung integrieren. Auch in Suppen oder zu anderen Speisen können Sie bitter schmeckende Zutaten verwenden. Sie machen viele Gerichte sogar würziger. Wenn Sie sich gleich eine höhere „Dosis“ wünschen, sollten Sie vermehrt Wildkräuter verzehren.

Wir empfehlen Bitterstoffneulingen, Wildpflanzen zuerst im grünen Smoothie zu ca. 30 % einzusetzen. Zusammen mit süßem Obst schmecken sie wesentlich „freundlicher“. Nach und nach können Sie die Menge steigern, bis Sie ein 50/50-Verhältnis von Wildpflanzen und Früchten erreichen. Bald schon können Sie Wildkräuter mit in Ihren gewohnten Salat geben und auch hier den Anteil nach und nach erhöhen.

Wenn Sie nicht so leicht an Wildkräuter kommen, geben Sie Endivie oder Kräuter wie Petersilie und ähnliches mit in den Mixer. Auch Ingwer passt mit seinem würzig-scharfem Geschmack sehr gut in den grünen Smoothie. Eine weitere hervorragende und bewährte Smoothie-Zutat ist Grünkohl – auch davon können Sie erst zwei Blätter und später einige mehr mit hinzugeben.

Diese Vorgehensweise gilt für alles, was Ihnen zuerst einmal zu bitter schmeckt. Gewöhnen Sie sich in den Schritten daran, die für Sie gut sind.

Mit Kräuterelixieren wie Schwedenbitter, Bitterstern oder ähnlichem können Sie Ihre Gesundheit zusätzlich unterstützen. Nehmen Sie das Elixier wie vom Hersteller vorgegeben ein. Je nach Ihrem momentanen gesundheitlichen Zustand kann es zwar mehrere Wochen dauern, bis sich eine Wirkung zeigt, doch lohnenswert ist es allemal.

Was auch immer Sie probieren: Es lohnt sich auf jeden Fall, wieder mehr Bitterkeit an Ihr Leben zu lassen – zumindest, was Ihren Speiseplan betrifft. Wenn Sie in Ihre Ernährung wieder mehr Bitterstoffe integrieren, werden Sie das an zahlreichen angenehmen Effekten am eigenen Körper verspüren. Ob während oder nach der Mayr-Kur unterstützen Sie damit Ihren Darm und alle anderen Verdauungsorgane, entgiften Ihren Körper, essen weniger Schädliches, sorgen für eine schlanke Linie, stärken Ihre Psyche und einiges mehr.

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