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Szenen einer „Ehe“: Darm und Wirbelsäule

Schon die Statistik zeigt, dass Beschwerden des Bewegungsapparates in der Bevölkerung an erster Stelle stehen. Das hat natürlich auch damit zu tun, dass krankhafte Veränderungen im Bereich der Wirbelsäule, der Gelenke und Muskelverspannungen von sich aus mehr Schmerzen verursachen als viele Stoffwechselentgleisungen, Gefäßverkalkung oder Darmprobleme. Gerade letztere mischen sich jedoch ordentlich in die Orthopädie ein.

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Das Cervicalsyndrom

Dabei handelt es sich um einen Sammelbegriff aller möglichen Beschwerden im Bereich der Halswirbelsäule und der Nacken- und Schultermuskulatur. Eine häufige Ursache dafür ist der Zwerchfellhochstand. Die Verminderung des elastischen Lungenzuges, Lymphstau im Mesenterium (dem Aufhängeapparat des Darms), eine Darm-Senkung, Bauchfett-Ablagerungen und abnorme Gas- und Kotmengen im Darm verhindern eine ausreichende Kontraktion des Zwerchfells. Dadurch ist die Bauchatmung eingeschränkt, für Lunge und Herz ist zu wenig Platz.

Um diese Verkleinerung des Brustkorbs auszugleichen, weitet sich dieser nach der Seite aus, der Rippenbogen-Winkel wird größer und der Schultergürtel wird ausgleichend angehoben. Die Nacken- und Halsmuskeln, die den Schultergürtel hochheben, sind jedoch nicht für solch eine Dauerbelastung ausgelegt und neigen zu Verkürzungen und Verhärtungen. Ein Hartspann in der seitlichen Halsmuskulatur kann sogar den Blutdruck steigen lassen, da in diesen Muskeln viele vegetative Nervenfasern verlaufen.

Besonders fatale Wirkung haben die einseitigen Schulterhochstände. Eine Lebervergrößerung bzw. eine Irritation des Übergangs vom Dünndarm zum Dickdarm und des aufsteigenden Dickdarms können zu einem Hochstand der rechten Schulter führen. Eine Irritation des absteigenden Dickdarms (meist mit Blähungen einhergend) lässt die linke Schulter höher stehen. Wie schon erwähnt, ist der Schulterhochstand ein aktiver muskulärer Prozess. Die daraus resultierenden einseitigen Muskelverspannungen beeinträchtigen die Beweglichkeit der Halswirbelsäule, verschieben des muskuläre Gleichgewicht im Hals-Kopf-Bereich und haben u.U. eine Fernwirkung bis in die Füße. Schulter-Arm-Syndrom und Spannungskopfschmerz können so ihre Wurzeln im Verdauungstrakt haben.

Der Brustschmerz

Viele Patienten haben Angst um ihr Herz und ihre Lunge, wenn es im Brustkorb sticht. Allzu oft sind jedoch blockierte Rippen, Zerrungen und Muskelansatzirritationen der Zwischenrippenmuskulatur die Ursachen. Wieder sind der Zwerchfellhochstand, die Daueranspannung des Brustkorbs, die überstrapazierte Brustatmung und asymmetrische Reizungen im Bauchraum dafür verantwortlich, dass die Zwischenrippenmuskulatur überlastet ist und die Brustwirbelsäule eine verstärkte Krümmung und teilweise sogar eine Skoliose entwickelt. Oft sieht man diese Verformungen des Brustkorbs deutlich.

Eine Irritation bzw. Überlastung der Zwischenrippenmuskeln und anderer Brustmuskeln oder eine Rippenblockade können stechende Schmerzen des Brustkorbs verursachen. Diese werden dann eventuell mit Herzschmerzen verwechselt. Zur Unterscheidung der verschiedenen Brustkorbschmerzen gibt es verlässliche Symptome: Kann der Schmerz durch Druck auf die schmerzende Stelle verstärkt bzw. ausgelöst werden, handelt es sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um ein Problem der Muskeln oder Rippen. Ist der Schmerz genau lokalisierbar und eng begrenzt und womöglich atemabhängig, kann ebenfalls davon ausgegangen werden, dass das Herz nicht involviert ist. Allerdings kann hier auch das Rippenfell mit im Spiel sein. Natürlich soll in jedem Fall der Arzt aufgesucht werden!

Die Lumbalgie, der Kreuzschmerz

Dieses Beschwerdebild ist oft so therapieresistent, dass es von vielen als legitime Alterserscheinung stillschweigend geduldet und erlitten wird. Die scheinbare Therapieresistenz erklärt sich aus dem ungeheuer starken Einfluss des Darmes auf den unteren Teil unseres Achsenorgans. Die vom Bauch her verursachte Fehlhaltung der Lenden-Becken-Hüftregion ist meist der Ursprung vieler Körperhaltungen, wie sie Dr. F.X.Mayr definiert hat. Alle Körperhaltungen nach F.X.Mayr haben gemeinsam, dass sie mehr Platz für einen irritierten und womöglich überfüllten Darm schaffen. Zusätzlich sind sie durch die psychische Situation ihres Trägers und diverse orthopädische Besonderheiten geprägt.

Eine Schlüsselrolle nehmen dabei die Hüftbeuger, auch Iliopsoas-Muskeln genannt, ein. Die enge nachbarschaftliche Beziehung zwischen Dickdarm und Iliopsoas-Muskel ist prädestiniert für wechselseitige Störungen. Ist der gesamte Dickdarm gereizt, verkürzen sich beide Iliopsoas-Muskeln und verstärken die Krümmung der Lendenwirbelsäule zu einer kreuzhohlen Haltung. Das Becken kippt nach vorne, die Auflagefläche für den 5. Lendenwirbel steht zu steil und schon ist das typische Coxarthrosebecken ist geschaffen. Hüftarthrosen sind damit Tür und Tor geöffnet.

Von den Mayr’schen Haltungsformen ist die Entenhaltung die klassische Folge. Diese Menschen neigen zur Bildung einer Hüftarthrose, welche sich im Anfangsstadium gerne mit Knieschmerzen äußert. Damit der Mensch mit Entenhaltung nicht nach vorne umfällt, muss er die hinteren Oberschenkel-Muskeln, die so genannten Hamstrings (Schinkenstreifen) verstärkt anspannen. Eine Überlastung dieser Muskeln kann zu Schmerzen wie bei einer Ischialgie und Muskelansatz-Irritationen im Bereich des Kniegelenkes und der Ferse (Achillessehnen-Schmerzen) führen. Knieschmerzen haben ihre Ursache oft nicht im Kniegelenk selbst, sondern in überlasteten Muskelansätzen am Schienbeinkopf. Außerdem wird der Vorfuß stärker belastet, ein Spreizfuß mit Bildung eines Halluxvalgus ist die Folge.

Für die bei Frauen relativ häufige Entenhaltung gibt es noch eine andere Ursache: Ein überlasteter, überfüllter Darm senkt sich gerne und bedrängt dann die Organe im Becken. Da Frauen ihre Genitalien im Unterbauch tragen, würde der Darm diese stören. Also nimmt die Frau unbewusst eine Schonhaltung ein, die den Darm vor der Gebärmutter und den Eierstöcken zu liegen kommen lässt. Leider drückt er jetzt auf die Blase, was dann zur Harninkontinenz führen kann.

Ist nur ein Teil des Dickdarms gereizt, wird nur jener Iliopsoas-Muskel verkürzt, an dem sich der betreffende Darmabschnitt anschmiegt. Die alleinige Irritation des aufsteigenden Dickdarms oder des Übergangs Dünndarm-Dickdarm verkürzt daher den rechten Iliopsoas. Das rechte Becken kippt nach vorne, das dazu gehörige Hüftgelenk wandert nach unten und schon erscheint das rechte Bein länger als das linke. Auf der linken Seite funktioniert das natürlich genauso. So eine funktionelle Beinlängendifferenz darf auf keinen Fall mit einer echten Beinlängendifferenz, bei der das Bein wirklich länger ist, verwechselt werden. Wird bei einer funktionellen Differenz irrtümlich die Schuhsohle erhöht, wird diese Beckenverwringung noch verstärkt und die Ileosakralgelenke (= Verbindung zwischen Kreuzbein und Darmbein) leiden noch mehr.

Auf jeden Fall werden die Ileosakralgelenke überlastet, Knie- und Hüftgelenk des scheinbar längeren Beines und die Achillessehne des scheinbar kürzeren Beines stärker beansprucht. Auch die kompensierende Skoliose (seitliche Verkrümmung) der Wirbelsäule ist nicht immer angenehm. Wie eng die Beziehung zwischen Dickdarm und Iliopsoas ist, zeigt sich immer wieder an der gegenseitigen Beeinflussung dieser zwei ungleichen Organe.

Wenn nach einer Bauchbehandlung nach F.X.Mayr oder spätestens nach einer erfolgreichen F.X.Mayr-Therapie der Dickdarm nicht mehr entzündet und nicht mehr spastisch ist, lässt sich der Psoasmuskel leichter dehnen, seine Funktionalität normalisiert sich und die durch ihn ehemals verursachten Beschwerden verschwinden. Der Posasmuskel verbindet die Beine mit der Wirbelsäule. Er entspringt etwa am zwölften Brustwirbel links und rechts und verläuft seitlich über die Flanke bzw. den Bauch bis ins Hüftgelenk. Aber auch umgekehrt kann die Dehnung bzw. Dekontraktion des Iliopsoas-Muskels sofort den Dickdarm positiv beeinflussen. Eine erfolgreiche Behandlungsmethode ist die Myoreflextherapie. Als zielführend in der Selbstbehandlung empfiehlt sich die Dehnung mittels der postisometrischen Relaxation – diese wird auch in Naturheilpraxen angeboten.

Auch die anderen Mayr’schen Körperhaltungen haben ihre fatalen Auswirkungen auf die Lendenwirbelsäule.

Mit ihrer verminderten bis aufgehobenen Lordose (=Krümmung der Wirbelsäule nach vorne) ist die sogenannte Anlaufhaltung eine hervorragende Voraussetzung für einen Bandscheibenvorfall. Dieser Name ist an sich grundlegend falsch, fällt doch weder die Bandscheibe irgendwo hin noch fällt hier irgendetwas nach vorne. Der lateinische Ausdruck „Diskushernie“, also „Bandscheibenbruch“ trifft das Problem da schon richtiger. Der verstärkte Druck der Lendenwirbel auf den vorderen Teil der Bandscheiben kann diese schädigen und erleichtert das Herausrutschen des in ihr befindlichen gallertartigen Kerns nach hinten. Auch die Anlaufhaltung verlagert das Rumpfgewicht nach vorne und verstärkt all die Belastungen des Vorfußes mit ihren Folgen.

Menschen mit lässiger Haltung und Sämannshaltung haben andere Probleme: Damit sie nicht nach hinten umfallen, müssen sie die vordere Oberschenkelmuskulatur stärker anspannen. Diese drückt dann die Kniescheibe stärker an das Kniegelenk und der so häufige Knorpelschaden der Kniescheibe hat eine Erklärung mehr. Darüberhinaus sind diese Menschen meist eher muskelschwach und leiden unter einer instabilen Lendenwirbelsäule mit Wirbelgleiten und Beschwerden bei längerem Sitzen und Liegen. Die Wirbelsäule und Gelenke geraten aus der Balance und die Gelenksflächen stehen nicht regelrecht zu einander. Arthrosen und entsprechende Schmerzen sind die Folge.

Der Großtrommelträger ist in unserer Wohlstandgesellschaft eine häufige Erscheinung. Er muss sich weit nach hinten beugen, um nicht nach vorne umzufallen. Zusätzlich steht sein Zwerchfell weit oben, sein Schultergürtel muss angehoben werden, um der Lunge und dem Herzen Platz zu machen, und schon scheint er keinen Hals mehr zu haben, obwohl er genauso viele Halswirbeln hat wie alle anderen Menschen.

 

 

Die visceromuskulären und viscerocutanen Reflexzonen

Diese hochtrabenden Bezeichnungen haben es in sich! Head und Bergsmann haben entdeckt, dass innere Organe Reflexzonen auf bestimmten Hautarealen und Muskeln haben. Ist ein inneres Organ überlastet oder irgendwie gestört, kann es Verquellungen und Schmerzen in den dazu gehörenden Reflexzonen verursachen. Hat der Magen ein Problem, kann die linke Schulter schmerzen. Da helfen weder Schmerzmittel noch Kortison, erst wenn der Magen wieder in Ordnung ist, wird die linke Schulter anstandslos ihren Dienst verrichten.

Ist die Leber stark gefordert oder gar krank oder hat die Gallenblase ein Problem, können sich die Nackenmuskeln verspannen oder Schmerzen zwischen den Schulterblättern quälen.
Und der Darm erledigt den Rest. Er kann die gesamte Lendenwirbelsäule bis hin zum Steißbein belästigen.

Zum Glück hilft uns diese Erkenntnis, die entsprechenden Beschwerden von zwei Seiten angehen zu können. Werden die Organe in ihrer Funktion gebessert und entlastet, geht es unserer Wirbelsäule und den damit zusammenhängenden Muskeln und Hautarealen besser. Behandeln wir diese Reflexzonen, können wir damit die Organe positiv beeinflussen.

Der Prevotellacopri

Hier handelt es sich nicht um einen italienischen Modeschöpfer sondern einen anaeroben Darmkeim, der Rheuma verursachen kann. Er wird dann dominant aktiv, wenn die Balance der insgesamt 100 Billionen Darmbakterien aus dem Gleichgewicht geraten ist. Mittels der Therapie nach F.X.Mayr kann die Darmflora wieder normalisiert werden und damit dieser Bösewicht in Zaum gehalten werden.

Entsäuerung, ein wichtiger Faktor für Knochen und Knorpelgesundheit

Falsche Ernährungsweise wie zu schnell, zu viel, im Stress, zu süß, zu wenig Gemüse führen zur Übersäuerung des Gewebes. Diese latente Gewebsazidose begünstigt eine Degeneration des Knorpels und Entmineralisierung des Knochens. Arthrosen und Osteoporose sind die unangenehme Folge. Daher ist das Erlernen der richtigen Ernährungsweise und eine Nahrung reich an Gemüse neben ausreichender Bewegung ein Grundpfeiler gegen diese Erkrankungen.

Wie man sieht, sollte jeder Orthopäde auch Gastroenterologe und jeder Gastroenterologe auch Orthopäde sein. Die F.X.Mayr Medizin führt beide Fachgruppen zueinander und ein zertifizierter F.X. Mayr-Arzt kann diesen Brückenschlag im Rahmen seiner Arbeit zum Wohle des Patienten bieten.

Nähere Informationen finden Sie auch unter www.fxmayr.com.

(Beitrag von Dr. med. Alex Witasek, redigiert von der Mayr-Kuren-Redaktion)

 

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