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Studien to go: Der Darm nährt das Gehirn

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Ein gesunder Darm nimmt auf vielerlei Weise Einfluss auf Ihre Gesundheit. So zeigen Forschungen, dass an Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Alzheimer und Parkinson auch der Darm beteiligt ist. Vor allem auf die Fettsäure Propion wird in diesem Zusammenhang das Augenmerk gerichtet, welche eine wichtige Nahrung für die Gehirnabwehrzellen darstellt. Wie das zusammenhängt und wie Sie für ausreichend Propionsäure im Körper sorgen können – das erfahren Sie jetzt.

Immunzellen im Hirn benötigen Futter durch Darmbakterien

Im menschlichen Darm tummeln sich etwa 1.000 verschiedene Arten von Darmbakterien, die es auf eine Gesamtzahl von rund 100 Billionen bringen. Dabei ist die Darmflora bei jedem Menschen individuell zusammengesetzt – abhängig vor allem von seiner Ernährung und den immunologischen Prozessen im Körper.

Diese Darmbakterien sind für die Aufspaltung der Nahrung in Nährstoffe zuständig. Die dabei freigesetzten Substanzen können bis ins Gehirn wandern und dort von den Immunzellen aufgenommen werden. Diese von Medizinern auch Mikrogliazellen genannten Abwehrzellen sind im Gehirn äußerst aktiv. Für ihre Aktivitäten brauchen sie ausreichend Bakterienstoffwechselprodukte, sonst hungern sie aus, verkümmern und können ihre Funktionen nicht mehr ausreichend erfüllen.

Anders ausgedrückt: Ein gesundes Gehirn benötigt ausreichend „Futter“. Geliefert wird dieses durch die Darmbakterien, die dafür wiederum in erster Linie nicht verdaubare Ballaststoffe verwenden. Aus diesen werden kurzkettige Fettsäuren abgespalten – wie beispielsweise die Propion-, Butter- oder Essigsäure. In diesem Zusammenhang haben Forscher Wechselwirkungen zwischen der menschlichen Darmflora und verschiedenen neurologischen Erkrankungen festgestellt – beispielsweise Multiple Sklerose (MS), Alzheimer oder Parkinson. Diese Verbindung zwischen der Zusammensetzung der Darmflora und Erkrankungen des Gehirns wird auch „Darm-Hirn-Achse“ genannt.

Propionsäure bringt Abwehrzellen in Schwung

Bei Versuchen mit hirnkranken Mäusen erhielten diese ein Gemisch von Fettsäuren übers Trinkwasser. Selbst für die Forscher überraschend kamen die Immunzellen der Nager wieder in Schwung und ihr Gehirn erholte sich. Nun erhoffte man sich ähnlich positive Wirkungen beim Menschen.

Denn beispielsweise bei an MS Erkrankten entdeckten die Mediziner einen Mangel an Propionsäure im Blut. Die Ursache dafür vermuteten sie darin, dass der Darm nicht ausreichend dieser Fettsäure produzierte. Tatsächlich fanden die Forscher bei MS-Patienten parallel dazu eine echte Bakterienflaute im Darm vor. Bei Menschen mit Alzheimer oder Parkinson wurden ebenfalls deutlich weniger Bakterienstämme im Darm  gefunden als bei Gesunden. Auch bei diesen Betroffenen wurden also weniger der wichtigen kurzkettigen Fettsäuren produziert.

Neurologen der Uni Bochum gaben nun 100 Patienten mit Multipler Sklerose das Salz Propion. Damit simulierten sie die Tätigkeit der Darmbakterien, indem das Propion im Darm zu Propionsäure umgewandelt wurde. Das Ergebnis: Die Betroffenen fühlten sich wesentlich energiegeladener, wacher und fitter und waren weniger infektanfällig. Nachdem die MS-Medikamente mit Propionsäure ergänzt wurden, erhöhte sich die Produktion von Abwehrzellen um 30 %, während sich die Zahl der Entzündungszellen deutlich verringerte.

Hegen und pflegen Sie Ihre Darmbakterien

Nun ist es so, dass viele Menschen bis in die 1980er Jahre das Propionsalz fast täglich verzehrt haben – es war nämlich geschnittenem Brot zugesetzt, um Schimmelbildung zu verhindern. Allerdings wurde dies im Jahr 1988 verboten, da eine erhöhte Krebsgefahr vermutet wurde. Nach weiteren Versuchen konnte dies aber nicht bestätigt werden, so dass Propionat nach neustem EU-Recht wieder erlaubt ist. So schätzen Experten die Einnahme von Propionsäure zur Nahrungsergänzung als ungefährlich ein – wobei es hierzu noch keine längerfristigen Erfahrungswerte gibt. Auch die Hälfte der Probanden aus o.g. Untersuchung nehmen weiterhin Propionsalz ein. Sogar der Studienleiter hat es verzehrt und außer Blähungen keine Nebenwirkungen verspürt.

Sicherlich macht eine Nahrungsergänzung bei MS oder anderen neurologischen Erkrankungen Sinn. Gleichzeitig sollte unseres Erachtens unbedingt auf eine entsprechende Ernährung geachtet werden – denn je natürlicher sich eine gesunde Darmflora entwickelt, desto weniger Medikamente und Substitutionen sind notwendig. Und natürlich sorgen Sie mit der richtigen Ernährung dafür, dass Sie gar nicht erst krank werden. Deshalb empfehlen wir Ihnen für ein gesundes Gehirn und gut genährte Immunzellen im Hirn, Ihre Darmbakterien zu hegen und zu pflegen mit

  • ballaststoffreicher Kost – achten Sie hierbei bitte auf gesunde Ballaststoffe wie beispielsweise Inulin, enthalten u.a. in Pastinaken und Chicorée
  • Probiotika und Präbiotika – u.a. milchsauer vergorenes Gemüse wie Sauerkraut
  • milchsaure Getränke – wie Brottrunk oder Kefir

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