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Die Funktionen der Leber: Multitasker & Workaholic

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Ein Organ, das echtes Multitasking in Ihrem Organismus betreibt – das ist die Leber. Wir schreiben oft, wie wichtig es ist, sie bei ihrer Arbeit zu unterstützen. Heute erfahren Sie, warum das so ist und welche „Jobs“ die Leber in Ihrem Körper erfüllt – und zwar gleichzeitig.

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Leber: Beeindruckendes und fleißiges Körperorgan

Die Leber ist das größte unserer inneren Organe und mit rund 1,5 bis 2 Kilogramm auch das schwerste. Sie hat eine breite Keilform, eine weich-elastische Konsistenz und ist rotbraun gefärbt. Das Organ befindet sich im rechten Oberbauch direkt unter dem Zwerchfell und reicht bis in den linken Oberbauch. Es besteht aus zwei kleineren und zwei großen Leberlappen. Insgesamt ist die Leber aus zahlreichen, nur ein bis zwei Millimeter großen Leberläppchen aufgebaut. Diese wiederum sind aus vielen Leberzellen – Hepatozyten genannt – zusammengesetzt, die hauptverantwortlich für die Leberfunktion sind. Außerdem wird die Leber noch in acht Segmente aufgegliedert, die weitgehend unabhängig voneinander arbeiten.

Die Leber ist – neben dem Herz – als einziges Organ in zwei Blutkreisläufe integriert. Täglich fließen etwa 2000 Liter Blut durch sie hindurch. Unermüdlich arbeitet die Leber, indem sie Stoffe auf-, ab- und umbaut. Sie ist am Stoffwechsel der Makronährstoffe Eiweiß, Kohlenhydrat und Fett beteiligt und bildet wichtige Bluteiweiße. Sie entgiftet und reinigt unseren Körper jeden Tag und sorgt für den Fettabbau. In ihr werden zudem überschüssige Glukose sowie zahlreiche wichtige Mikronährstoffe gespeichert. So arbeitet die Leber Tag und Nacht – ohne Wochenende oder Urlaub. Neben Multitasking ist die Leber also auch noch Workaholic.

Und das Beste daran: Die Leber besitzt eine beeindruckende Regenerationsfähigkeit. Für Transplantationen wird nur etwa eine halbe Spenderleber benötigt. Bei Empfänger und Spender wachsen die Leberstücke innerhalb von zwei Monaten zu einem vollständigen und funktionsfähigen Organ nach.

Nun schauen wir uns die einzelnen „Abteilungen“ innerhalb der „Körperfabrik“ Leber näher an.

Qualitätscheck

In der Leber werden die verschiedensten Stoffwechselprodukte um- und abgebaut. Alle diese Substanzen müssen zuerst durch den „Lebercheck“, bevor sie in den allgemeinen Blutkreislauf dürfen. Die Leber überprüft, ob die Stoffe vom Körper benötigt werden und gibt sie dann entweder in die Blutbahn ab oder entsorgt sie.

Entgiftungszentrale

Giftstoffe und schädliche Substanzen, die von der Leber als unnötig erkannt werden, filtert sie ununterbrochen aus dem Blut heraus. Dann werden sie von ihr neutralisiert und an Niere und Darm weitergeleitet. Von dort aus erfolgt dann die endgültige Entsorgung zahlreicher Substanzen –beispielsweise von mit der Nahrung oder über Haut bzw. Atmungsorgane aufgenommenen Schadstoffen, Bakterien, alten Blutkörperchen und Hormonen, defekten Zellen, beim Eiweißabbau entstandenem Ammoniak, Weichmachern, Pestiziden sowie Alkohol und Medikamenten.

Nährstoffmanager

Über die sogenannte Pfortader gelangen auch Vitamine & Co. aus der Nahrung in die Leber. Die Nährstoffe, die der Körper gerade nicht benötigt, werden von der Leber „aussortiert“ und gespeichert. Wenn eine Körperregion wie beispielsweise das Gehirn Bedarf an bestimmten Nährstoffen meldet, werden diese von der Leber wieder freigesetzt und über den Blutkreislauf an die bestimmte Stelle weitergeleitet. Zu den Nährstoffen, welche in der Leber gespeichert und von ihr gemanagt werden, zählen die Vitamine A, B12, Folsäure, D, E sowie Kupfer und Eisen.

Hormonlieferant

In der Leber werden Hormone produziert. Dazu zählt das IGF-1. Dieses Hormon ist wichtig für einen beschleunigten Muskelaufbau und Wachstum. Ein weiteres wichtiges Hormon, für das die Leber zuständig ist, ist das Angiotensinogen. Es ist beteiligt an der Regulierung des Flüssigkeitshaushaltes und des Blutdrucks. Die Leber ist zudem beteiligt an der Freisetzung des hormonähnlichen Vitamins D3. Ihr Körper benötigt es, um seinen Kalziumhaushalt zu regulieren. Nicht zuletzt ist die Leber in der Lage, Steroidhormone und Schilddrüsenhormone bei Bedarf umzubauen.

Zuckerspeicher

Diese Funktion ist enorm wichtig, denn Sie nehmen Ihre Nahrung in der Regel nur mit wenigen täglichen Mahlzeiten auf. Gleichzeitig ist der menschliche Körper auf eine permanente Versorgung von Blutzucker (Glukose) angewiesen. Damit nichts davon verlorengeht, benötigt der Körper einen Speicher – die Leber. Diese speichert das nach dem Essen erhöhte Glukoseaufkommen und setzt die Substanz bei Bedarf wieder frei. Auf diese Weise können bis zu 150 Gramm Zucker in der Leber „zwischengelagert“ werden. Sinkt die Glukosekonzentration im Blut, stellt die Leber die Glukose als Energielieferant zur Verfügung.

Fettverdauungsexperte

In der Leber wird die für die Fettverdauung notwendige Gallenflüssigkeit gebildet. Bis zu einem Liter davon produziert sie täglich und leitet einen Teil direkt an den Zwölffingerdarm und den anderen zur Gallenblase weiter, wo sie gespeichert wird. Hier wird die Gallenflüssigkeit zu Galle eingedickt und dann erst zum Darm transportiert. Die Gallenflüssigkeit unterstützt den Darm bei der Fettverdauung, indem sie die Fette im Dünndarm fein verteilt, so dass sie von den abbauenden Enzymen weiter abgebaut werden können. Ein recht großer Teil der Gallenflüssigkeit gelangt über die Darmwand zurück ins Blut und steht dem Leberstoffwechsel wieder zur Verfügung.

Cholesterinproduzent

Ohne Cholesterin wären Sie nicht lebensfähig. Es ist ein Baustein der Körperzellen, ein Isolator für die Nervenzellen, wird im Blut zum Transport benötigt und ist Ausgangsstoff der Gallensäuren sowie wichtiger Hormone. Außerdem trägt Cholesterin zur Verdauung der Nahrung bei. Einen kleinen Teil des notwendigen Cholesterins holt sich der Organismus aus der Nahrung. Der Rest – und zwar rund 80 Prozent – wird in der Leber hergestellt.

Eiweißhersteller

Fast alle im menschlichen Blut befindlichen Eiweiße werden von der Leber hergestellt. Dazu gehört beispielsweise das Eiweiß für die Blutgerinnung, das dafür sorgt, dass eine Wunde aufhört zu bluten. Wäre dies nicht der Fall, kann es zu einem lebensbedrohlichen Blutverlust kommen. Auch Eiweiß mit Abwehr-, Transport- und vielen weiteren Funktionen haben wir der Leber zu verdanken. Zwar werden nicht die Antikörper des Abwehrsystems in der Leber hergestellt. Dennoch finden sich hier zahlreiche Abwehrzellen, die Keime gezielt eliminieren, bevor diese in den Organismus gelangen können.

Folgen einer Leberüberlastung

Wenn Ihre Leber überlastet ist und all diese Funktionen oder nur einige davon nicht mehr mit aller Kraft wahrnehmen kann, bekommen Sie dies anhand verschiedenster unangenehmer Symptome zu spüren. Dazu gehören:

  • Antriebsschwäche und Müdigkeit
  • Verdauungsprobleme
  • unerklärliche Rückenschmerzen
  • unreine Haut
  • unerklärlicher Juckreiz
  • Kopfschmerzen
  • hohe Cholesterinwerte
  • Übelkeit und Erbrechen
  • gestörte Blutgerinnung
  • Wenn Sie hier nicht aufpassen, können sich chronische Krankheiten daraus entwickeln, wie beispielsweise Fettleber, Hepatitis oder Leberzirrhose.

Fazit

Eine optimale Funktion der Leber ist lebensnotwendig und enorm wichtig für Ihre Gesundheit und Ihr Wohlgefühl. Wie Sie das Entgiftungsorgan auf natürliche Weise unterstützen und stärken können, erfahren Sie im Beitrag „Sanfte Hilfe für eine starke Leber„.

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