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DarmFit mit … Kümmel – dem pflanzlichen Verdauungshelfer

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Manche lieben ihn, andere rümpfen aufgrund seines speziellen Aromas die Nase. Kümmel ist eine sehr alte Gewürz- und Heilpflanze und vor allem bekannt aufgrund seiner wohltuenden Wirkung auf die Verdauung. Er hat aber auch noch mehr zu bieten. Bei uns erfahren Sie, welche gesundheitlichen Effekte der Kümmel hat. Außerdem, wie Sie als Kümmelliebhaber die Würzpflanze in der Küche noch besser einsetzen und wie Sie vom „Kümmelmuffel“ mindestens zum wohlwollenden Nutzer werden können.

Aus dem Mittelmeerraum „eingewildert“

Der Kümmel hat viele Namen: Lateinisch heißt er Carum carvi. Bei uns wird er beispielsweise als Wiesenkümmel, echter Kümmel oder Feldkümmel bezeichnet. Ursprünglich stammt die Pflanze aus den Mittelmeerländern und „drumherum“, ist aber auch in Nordafrika und dem Nahen Osten zu finden. Aber hätten Sie gewusst, dass er auch in unseren Gefilden wild wächst – am liebsten auf nährstoffreichen Böden in Sonne bis Halbschatten? Dabei bevorzugt er trockene Wiesen sowie Weg-, Wald- und Straßenränder.

Wenn Sie möchten, können Sie den Kümmel also in Ihrem Garten als Gewürzkraut anpflanzen und bei der Verwendung auch gleich von der tollen Wirkung auf Gesundheit und Wohlgefühl profitieren. Und darum geht’s im Folgenden …

Nährstoffvielfalt: Der Kümmel hat’s in sich

Kümmel weist ein überraschend umfangreiches Nährwertspektrum auf. Das sind einige der wertvollen Inhaltsstoffe:

  • 3 bis 7 % ätherisches Öl (Carvon als Hauptbestandteil)
  • Cumarine (wie sie auch in Kurkuma enthalten sind)
  • Flavonoide (z.B. Carotin, Zeaxanthin, Lutein)
  • Ballaststoffe (in 6 g Kümmel etwa 2 Gramm davon)
  • Omega-3- sowie Omega-6-Fettsäuren (= essentielle Fettsäuren)
  • 20 % Proteine (sowie ein fast perfektes Aminosäureprofil)

Alleine schon aufgrund der Nährstoffvielfalt lohnt es sich, den Wiesenkümmel häufiger zu verwenden. Und wir möchten Sie im Folgenden noch mehr dazu motivieren …

Beste Pflanze für Magen und Darm

Vor allem in Bezug auf Blähungen, Völlegefühl und Magen-Darm-Krämpfe ist Kümmel das wohl beste pflanzliche Mittel. Es sind die ätherischen Öle, die entkrampfend, verdauungsfördernd, beruhigend und entspannend auf den Verdauungstrakt wirken. Auch die antibakterielle Wirkung des Kümmels trägt zur Darm- und Magengesundheit bei.

Hinzu kommt, dass die Pflanze die Funktion von Leber und Galle unterstützt und damit einem unangenehmen Völlegefühl nach dem Essen vorbeugt. Im Übrigen sorgen auch die enthaltenen Ballaststoffe für eine gesunde Verdauung. Zudem binden sie Darmgifte an sich und unterstützen damit einen gesunden Darm.

Kümmel gegen „Herzschmerz“

Hildegard von Bingen empfahl den Kümmel bei „Herzweh“. In dem Fall sind nervöse Herz- und Magenbeschwerden gemeint, die aufgrund unzureichender Verdauungsfunktion entstehen.

Die sich bei Blähungen bildende Luft füllt den gesamten Bauchraum und drückt dadurch das Zwerchfell in Richtung Herz. Dem wird es nun zu eng im Körper, was sich in Schmerzen äußert, obwohl das Herz ansonsten gesund ist. In dem Fall verschwindet der Herzschmerz, sobald die Verdauung wieder besser funktioniert und die Blähungen aufhören.

Zellschützer und Entzündungshemmer

Ein weiterer positiver Effekt entsteht aus dem Zusammenwirken der ätherischen Öle mit den Flavonoiden im Kümmel. Diese haben nämlich eine antioxidative Wirkung und schützen Ihren Körper somit vor zellschädigenden freien Radikalen.

Auch Leber und Nieren kann der Kümmel vor antioxidativem Stress schützen. Diese beiden Organe sind enorm wichtig für die Entgiftung des Körpers und Sie dürfen dem Kümmel deshalb sehr dankbar für seine Leistung sein. Nicht zuletzt auch deshalb, weil sein Öl schädliche Entzündungsprozesse im Körper eindämmen kann. Eine Entzündung hat viele Gesichter und kann gefährlicher sein, als Sie vielleicht denken.

Kümmel-Samen und andere Pflanzenteile

Zur Anwendung kommt in den allermeisten Fällen der Kümmelsamen. Im Handel gibt es diesen gemahlen oder ganz. Wenn Sie eigene Kümmelpflanzen haben oder in Ihrer Umgebung ausreichend davon wachsen, ernten Sie den Samen, sobald die Früchte eine braune Färbung annehmen und sich schon etwas hart anfühlen. Das geschieht nach der Blütezeit, die je nach Bedingungen zwischen Mai und Juli stattfindet. Sie können die Dolden auch abschneiden und an einem schattigen, luftigen Platz nachreifen lassen. Sind die Früchte dann trocken, werden sie geerntet. Zur Aufbewahrung eignen sich Dosen oder Säckchen.

Wussten Sie, dass Sie auch die jungen Blätter und zarten Schößlinge des Wiesenkümmels (roh) essen können? Das ist schon mal ein guter Tipp für all jene, die sich bisher mit dem Geschmack der Pflanze nicht so anfreunden konnten. Denn diese Pflanzenteile schmecken um einiges milder als die Samen. Sie können diese z.B. in Salate, Smoothies, Suppen oder Gemüsegerichte geben. Sammeln Sie die Blätter in der Natur bitte nur dann, wenn Sie die Pflanze sicher erkennen – denn sie hat einige ziemlich giftige Doppelgänger.

Passt in viele Speisen und würzt auch „verdeckt“

Welche Speisen Sie mit den Kümmelsamen würzen, ist im Prinzip Geschmacksache. Sinn macht es, diese an blähende Speisen zu geben wie Kohl- oder Hülsengerichte. Zudem passt das Aroma der Würzpflanze auch zu Salaten, Soßen, Käse, Gemüse, Fleisch und Suppen, aber auch in Brot, Gebäck und Kuchen.

Eine tolle Empfehlung für „Kümmelmuffel“ ist folgende: Damit Sie beim Essen nicht auf die möglicherweise als unangenehm bis „eklig“ empfundenen Samen beißen, verwenden Sie einfach fein vermahlenes Kümmelpulver. Eine andere Möglichkeit ist, den Samen in ein Tee-Ei zu geben, an den Topfrand zu hängen und mitzukochen. Dabei gibt das Gewürz einen milden Geschmack an die Speisen ab.

Wirkungsvoller Verdauungstee: solo oder in Kombination

Für eine heilende Wirkung wird Kümmel gerne als Tee getrunken. Ein einfaches Rezept dazu finden Sie hier.

Ein Tee mit Allroundtalent bei Verdauungsstörungen ist eine Mischung aus Kümmel, Fenchel und Anis. Die Samen werden zu gleichen Teilen gemischt und vor der Teezubereitung im Mörser zerdrückt. Ein Teelöffel der Mischung wird mit 250 ml heißem Wasser übergossen und zieht dann zugedeckt für 10 Minuten. Trinken Sie den Tee am besten warm und schluckweise nach einer „schweren“ Mahlzeit.

Kümmel-Tinktur selbst herstellen

Vielleicht wird aus Ihnen auch ein Kümmelfreund, wenn Sie die Heil- und Gewürzpflanze als Schnaps zu sich nehmen. Statt sich einen zu kaufen, können Sie sich auch eine alkoholhaltige Kümmeltinktur selbst herstellen: Zerstoßen Sie 4 EL Kümmelsamen im Mörser und geben Sie diese in ein verschließbares Glas. Nun kommen 200 ml eines 40 %-igen Doppelkorns hinzu.

Anschließend muss die Tinktur zwei bis vier Wochen an einem warmen Ort „reifen“. Schütteln Sie das Ganze regelmäßig gut durch. Nach dem angegebenen Zeitraum wird die Kümmel-Tinktur abgeseiht und in eine dunkle Flasche gegeben. Davon können Sie nun nach der Mahlzeit einen Teelöffel einnehmen, um Ihre Verdauung in Schwung zu bringen. Mehr davon würde allerdings die Verdauung erschweren, also bitte nicht „überdosieren“. Wenn Ihnen die Tinktur zu stark ist, verdünnen Sie diese einfach mit Wasser.

Wann kommt Kümmel noch zum Einsatz?

Weitere Anwendungen von Kümmel sind folgende:

  1. Bei Bauchkrämpfen, Blähungen u.a. verwenden Sie Kümmelöl für entspannende Bauchmassagen. Wie diese genau funktionieren, lesen Sie hier. Bewährt hat sich das übrigens auch bei Säuglingen und kleinen Kindern.
  2. Gegen Migräne, Kopfschmerzen und Zahnweh kann ein Kümmel-Wickel helfen. Dazu wird ein Taschentuch oder ein Leinensäckchen mit zerstoßenem Kümmel gefüllt und zugebunden in heißes Wasser gelegt. Wenn der Stoff gut durchfeuchtet ist, ausdrücken (Vorsicht heiß!) und so heiß wie möglich auf die schmerzende Stelle legen.
  3. Als wahrer Muntermacher soll ein Vollbad mit Kümmel wirken. Bereiten Sie einfach einen Liter starken Kümmeltee zu und geben diesen in das Badewasser – das belebt und erfrischt.

Abschließende Hinweise zur Anwendung von Kümmel

Zum Abschluss noch einige Hinweise:

  • Bei der Einnahme von Kümmeltee sollte nach sechs Wochen eine mehrwöchige Pause eingelegt werden, danach können Sie den Tee wieder sechs Wochen lang regelmäßig trinken.
  • Wenn Sie bekanntermaßen auf Doldenblütler allergisch bzw. empfindlich reagieren, sollten Sie davon absehen, Kümmel einzunehmen.
  • Während Schwangerschaft und Stillzeit wird empfohlen, Kümmelöl nur nach ärztlicher Rücksprache anzuwenden.
  • Nehmen Sie Kümmelöl nicht über längere Zeit in hohen Dosen ein. Ansonsten besteht die Gefahr von Leber- oder Nierenschäden.

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